Namibia – Ausflug nach Waterberg

Theoretisch wäre es von Kambaku aus nur ein Katzensprung nach Waterberg, aber wir waren doch eine ganze Weile unterwegs, schließlich mussten wir uns an die Straße halten und zuerst nach Otjiwarongo, wo es, wie ich voller Erstaunen feststellte, einen Sparmarkt gibt.

Als wir in die Schotterstraße einbogen, die zum Wildreservat führte, fühlte ich mich plötzlich an Indien erinnert. Rinder trotten vor uns die Straße entlang. Es waren auch tatsächlich Zebus, eine für Indien typische Rinderrasse, die nach Namibia importiert worden waren, weil sie mit dem trockenen Klima gut zurecht kommen.

Am Parkplatz begrüßten uns Zebramangusten. Endlich kam ich nahe genug heran, um Fotos machen zu können.

Der Kontrast zwischen dem kräftigen Rot der Felsen und dem intensiven Grün der Bäume ist tatsächlich ein ganz besonderer Anblick.

Ich begeistere mich nicht nur für große Tiere, sondern auch für kleine. Also hielt ich ganz still und die Kamera gezückt, als sich eine Eidechse auf den Felsen zeigte.

Die unzähligen Tausendfüßler knipste ich ebenfalls und ein Klippschliefer tat mir den Gefallen und posierte für mich. Diese niedlichen Tierchen ähneln äußerlich wohl Murmeltieren, sind aber mit den Elefanten und Seekühen verwandt.

Ich habe mich ganz vorsichtig an den kleinen Kerl herangeschlichen, habe dabei ein Foto nach dem anderen geschossen und kam ihm sogar nahe genug, um ein Selfie mit ihm machen zu können. He, wie viele Leute besitzen ein Selfie mit einem Dassie? (So werden die Klippschliefer auf Englisch genannt.)

Ich fand es faszinierend, dass diese Tiere tatsächlich spezielle Kotplätze haben und dann auch noch Kot und Urin streng trennen, sodass die entsprechenden Felsen regelrecht schwarz-weiß markiert sind.

Beinahe unten im Tal machte mich Johann auf eine Gruppe von Dikdiks aufmerksam. Diese kleinsten aller Antilopen hätte ich blindes Huhn wahrscheinlich übersehen. Es hat eben seine Vorteile, einen Jäger mit dabei zu haben.

Ein Warzenschwein stand ganz entspannt am Straßenrand.

Die Zuchttiere der Krokodilfarm in Otjiwarongo sind ganz schön imposante Echsen. Jede an die vier oder sogar fünf Meter lang. Zu denen möchte ich nicht unbedingt ins Gehege. Ich denke die Wahrscheinlichkeit in einem Stück wieder rauszukommen ist eher gering.

Ein ganz kleines Krokodil musste sich für die Fotos opfern. Es hatte sich wohl schon mit seinem Schicksal abgefunden und machte keine Versuche sich zu entziehen, als ich es für die Bilder in die Hand gedrückt bekam.

Als eine Art Streichelzoo gab es ein Gehege mit Leopardschildkröten. Neben den halbwüchsigen und erwachsenen Tieren, gab es auch drei Wochen alte Babys, die noch locker in eine Handfläche passten.

Als letzten Programmpunkt dieses Tages ging es noch zum Cheeta Preservation Fund. Dort hat man sich der Rettung der Geparde verschrieben. Tiere, die sich nicht dazu eignen, ausgewildert zu werden, werden dort in großen Gehegen gehalten.

Um sowohl den Farmern als auch den Geparden zu helfen, werden in der Gepardenstation anatholische Hirtenhunde gezüchtet und an die Farmer verkauft, nachdem diese im Umgang mit den Tieren unterwiesen wurden. Bewachen diese Hunde dann eine Herde, ist es vorbei mit leichter Beute für die Raubtiere  – und zwar für alle gleichermaßen.

Auf der Rückfahrt habe ich versucht die Schmarotzermilane zu fotografieren, die sich gerne an den Straßen sammeln, um Roadkill zu beseitigen. Auf dem kleinen Display meiner Kamera sahen die Fotos auch gut aus, später auf dem Laptop erkannte ich jedoch, dass die Flügel zum Teil verwischt waren. Die Vögel waren einfach zu schnell für mich – oder meine Kamera zu langsam.

Dafür schaffte ich es, ein schönes Foto von dem Regenbogen zu machen, der sich bei der Rückfahrt vor uns über die Straße spannte.

Alle Details zu meiner Reise nach Namibia findet ihr in meinem Buch:

Bettinasreiterreisen – Namibia“ erhältlich als Taschenbuch und Ebook bei Amazon.

 

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Namibia – Ausflug nach Etosha

Es war deutlich zu merken, dass in diesem Gebiet nicht gejagt wird. Kaum waren wir in den Park eingefahren, waren wir an allen Seiten von Tieren umgeben. Die Zebras grasten wenige Meter neben dem Auto und trotteten unbeeindruckt direkt vor uns über den Weg. Giraffen sahen von oben auf uns herab. Schwarzgesichtsimpalas standen direkt neben der Straße.

 

Dann sahen wir ein Auto am Rand der Schotterstraße stehen, daneben ein Baum und – als wir näher heranfuhren – darunter vier Geparde. Eine Mutter mit drei fast erwachsenen Jungtieren. Die Gepardin musste eine geschickte Jägerin sein, wenn sie es geschafft hatte, gleich drei Junge großzuziehen.

 

Auch die Flamingos waren beeindruckend, allein schon durch ihre schiere Anzahl.

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Und dann – ein paar Kilometer weiter – ein Elefant. Zuerst nicht mehr als ein wandelnder Felsen zwischen den Büschen, doch wenig später lief er direkt vor uns über die Schotterstraße.

 

Erst als wir die umzäunte Sicherheit des Rastplatzes wieder verließen, kamen wir zu Vögeln, die groß genug waren, dass auch ich sie mit meiner Kamera problemlos festhalten konnte: Strauße.

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Die Zebras verwendeten den Sand der Salzpfanne zum Ruhen und Wälzen.

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Suchbild mit Nashorn:

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Die Überreste abgestorbener Bäume faszinierten mich ebenfalls. Wie seltsame Tiere hockten sie zwischen den Steinen, oder reckten ihre verdrehten Zweige wie Korallen, die ihr Meer verloren hatten, zum Himmel empor.

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Beim Ausgang entdeckte ich ein Ockerfußbuschhörnchen. Während die anderen Pinkelpause machten, machte ich mit der Kamera Jagd auf den kleinen Gesellen.

 

 

Namibia – Buschtraining, Gamedrive, Bogenschießen

Natürlich stand für mich das Reiten im Vordergrund, aber ich wollte auch möglichst viele der anderen Möglichkeiten der Lodge ausprobieren. So ging ich nach dem Ausritt und dem anschließenden Frühstück meist in die ‚Schule‘, so nannten wir scherzhaft das angebotene Buschtraining.

Am Nachmittag haben wir dann das, was wir in der ‚Schule‘ gelernt haben, beim Gamedrive in die Praxis umgesetzt.

Pflanzen waren einfacher zu erkennen und zu unterscheiden als Vögel. Sie halten still und man kann sich ihre Blätter und Äste in aller Ruhe ansehen.

Über Wasser freut man sich in Namibia und lässt sich davon auch nicht vom Gamedrive abhalten, auch wenn das Auto beinahe zum Boot mutieren muss.

Ich suchte den Boden ab und dachte schon, der Pfeil sei auf immer verloren, als ihn Jimmy rund dreißig Meter hinter dem Netz zwischen den Wurzeln einer Akazie fand. Hätte es einen Weitschusswettbewerb gegeben, den hätte ich mit Sicherheit gewonnen.

Einzelheiten gibt es nachzulesen in meinem Buch: „Bettinasreiterreisen – Namibia“ erhältlich als Taschenbuch und Ebook bei Amazon.

 

Namibia – Die Wildtiere

Impalas werden auch – wenig schmeichelhaft – als Löwenbigmac bezeichnet, denn sie schmecken nicht nur den Geparden sondern einer ganzen Reihe von Räubern und sie sind schnell. Also Fastfood im wahrsten Sinne des Wortes. Außerdem kann man in der weißen Zeichnung an ihrem Hinterteil mit etwas Fantasie ein großes M erkennen.

Auch von ihnen habe ich viel zu viele Bilder gemacht und später die Qual der Wahl gehabt. Schließlich möchte man Verwandten und Freunden Urlaubsfotos zeigen, aber ich wette, die meisten von ihnen wären spätestens nach dem fünfzehnten Gnufoto eingeschlafen.

 

Die Zebras zeigten sich ein wenig scheuer, dabei hätte man meinen können, sie würden von ihren Pferdeverwandten angelockt. Aber die gestreiften Einhufer hielten stets einen Respektabstand.

Kudus sind sehr gut getarnt und gerade weil sie erstmal bewegungslos verharren, auch schwer zu entdecken.

Ein ebenfalls häufiger Anblick auf Kambaku sind die Oryxantilopen mit ihren hübschen schwarz-weiß gestreiften Gesichtern, die man auch auf dem namibischen Wappen findet.

Von den tagaktiven Vögeln habe ich zwar viele gesehen, aber wenige fotografiert. Dazu hätte ich ein besseres Zoom benötigt. Nur von den Weißrückengeiern habe ich einige schöne Bilder gemacht. Sie sind groß genug, dass sie auch aus einiger Entfernung fotografiert gut wirken.

Die beeindruckendsten Tiere auf Kambaku sind aber mit Sicherheit die Giraffen.

Mehr in meinem Buch: ‚Bettinasreiterreisen – Namibia‚ erhältlich bei Amazon.

 

Namibia – Die Ausritte

Eine große Gruppe Gnus stand im Regen und beäugte uns misstrauisch. Hellbraune Kälber sprangen zwischen den dunklen Alttieren herum. Wir blieben eine ganze Weile stehen, sodass genügend Zeit zum Fotografieren blieb.

         

Inzwischen war der Regen stärker geworden. Der Boden weichte mehr und mehr auf. Die rote Erde wurde schlüpfrig und die Pferde rutschten immer wieder mal weg.

Zum Glück war der Regen nach einer halben Stunde vorbei und der kalte Wind wurde von einem warmen abgelöst.  Danach bin ich nie mehr ohne Jacke ausgeritten, auch wenn ich sie oft umbinden musste, weil es zu heiß war, um sie anzuhaben.

Oft waren kaum hundert Meter nach der Lodge die ersten Tiere zu sehen. Die Pferde waren durchwegs so ruhig, dass ich keine Bedenken hatte, von ihrem Rücken aus zu fotografieren.

Ich habe massenhaft Öhrchenfotos mit nach Hause gebracht. Schließlich muss man dokumentieren, dass man die Fotos vom Pferd aus gemacht hat und auch Nichtreitern nahebringen, wie schön es ist, die Natur über die Ohren eines Pferdes hinweg zu erleben.

Bontine jedoch hatte kein Problem damit sich von den anderen Pferden zu entfernen und sich in gemütlichem Schritt unauffällig an die Giraffen heranzupirschen.

Vor uns schritten die Giraffen in die aufgehende Sonne hinein und hinter uns folgten die anderen, die sich von den Pferden nicht irritieren ließen, sondern sich gemütlich weiterbewegten, als würden wir zur Herde gehören.

Meinen ausführlichen Reisebericht gibt es als Taschenbuch:

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Namibia – Die Pferde

Die Schulpferde auf Kambaku werden in der Herde gehalten. Der großzügige Auslauf gibt ihnen Platz sich gegenseitig auszuweichen.

Der mit Steinen durchsetzte Boden schien die Pferde nicht zu stören. Sie sind ihn wohl gewöhnt. Vielleicht gar kein schlechtes Training für das ebenfalls steinige Gelände bei den Ausritten.

Nachwuchspferd Sokkies drängte sich in den Vordergrund, sobald er mich mit der Kamera entdeckte.

 Die Sattelkammer war geräumig und liebevoll mit Tiermotiven geschmückt.

                  

Jedes Pferd hatte sein eigenes Körbchen mit Putzzeug.

Pony Hope büxt regelmäßig aus und nützt den Reitplatz auf ihre Weise.

Gelegentlich treiben Zebramangusten zwischen den Buchstaben des Dressurvierecks ihr Unwesen.

Der überdachte Putzplatz wurde eben neu betoniert, ein Teil war noch abgesperrt. Daneben gab es Fressstände für alle Pferde.

Buschpferdchen Bontine machte auch auf dem Reitplatz eine gute Figur.

 

 

Namibia – Die Lodge

Als wir endlich durch das Haupttor bogen, begrüßte uns ein Nilpferd unter Palmen.

Es war die erste von vielen Tierfiguren, mit denen die Lodge liebevoll dekoriert ist.

                         

Die Bäume, in denen die Nester der Webervögel wie riesige Früchte hingen, der Pool, hinter dem, nur durch ein Mäuerchen abgegrenzt, man den Busch sehen konnte., die orangegelb gestrichenen Gebäude mit den Grasdächern, die Wände sowohl außen als auch in den Gebäuden mit ausgestopften Tieren, geschnitzten Masken und Gemälden geschmückt.

          

Gegessen wird gemeinsam an ein bis zwei großen Tischen, die stets liebevoll und häufig unter Verwendung von Pflanzen aus der Umgebung dekoriert sind. Und auch das Essen auf Kambaku selbst ist definitiv ein eigenes Kapitel wert.

                            

Am Pool unter Palmen liegend blutige Vampirgeschichten zu schreiben, habe ich schon in Spanien genossen, und das war auch hier in Namibia nicht anders. Nebenbei Vögel beobachten zu können habe ich als Extragoodie empfunden. Gelegentlich kam einer der Käfer mit lautem Gebrumm vorbei oder Schmetterlinge flatterten vor meiner Nase herum.

        

Auch Eidechsen, deren graubraune Rückseite mit dem Holz regelrecht verschmolz, trieben sich im Garten herum. Erst wenn sie den Kopf hoben wurde die goldgelbe Kehle sichtbar und in den Dachsparren unter dem Grasdach hatte sich eine Fledermaus versteckt.

     

Große Nachtfalter mit einer Vorliebe für Süßes umflattern die Tische. Da sie am allerliebsten Wein mögen, nennt man sie auch Weintrinker. Deshalb bekommt man für die Weingläser stets kleine Netze, deren Ränder mit Plastikperlen bestickt – und damit beschwert – sind, um zu verhindern, dass die Motten im Wein baden gehen.

     

Eine ausführlichere Beschreibung gibt es in meinem in Kürze erscheinenden Reisebericht: ‚Bettinasreiterreisen – Namibia‘. Er wird auf Amazon erhältlich sein.

Piaffe, Passage und Traversalen

Wie ich zu den Valencas nach Portugal gekommen bin, habe ich bereits in meinem letzten Blogbeitrag geschildert und nun sollt ihr erfahren, wie es mir bei meinem Aufenthalt ergangen ist:

Die Valencas haben ziemlich viel Vertrauen in ihre Gäste. Das habe ich schon am ersten Tag festgestellt, als ich alleine mit dem weißen Hengst Tenor zur großen Reithalle geschickt wurde. Tenor hatte jedoch weniger Vertrauen zu mir und als ein Pferd an ihm vorbeigeführt wurde, wollte er lieber diesem hinterher, statt mit mir im Sattel zur Halle zu gehen.

Ich kannte das Pferd nicht, wusste nicht, wie es reagieren würde, sollte ich mal mit meinen Hilfen deutlicher werden, also habe ich mich zunächst mal nicht mit ihm angelegt, sondern nach jemandem Ausschau gehalten, der mit dem Pferd vertraut war. Habe ich auch gefunden und wenig später war ich dann mit dem Pferd in der Halle und habe erstmal für mich alleine ein wenig Schulterherein geübt.

Wenig später kam Ines Valenca, fragte mich auf Englisch ob ich wisse, was Schulterherein und Kruppeherein wären und dann ging es auch schon los. Ich war ehrlichgesagt auf eine Kennenlernstunde gefasst, dachte ich würde erstmal ausgetestet werden und vielleicht gegen Ende der Woche mal höhere Lektionen reiten dürfen. Da wurde ich in meiner ersten Reitstunde schon eines Besseren belehrt. Nachdem die einzelnen fliegenden Wechsel ganz gut klappten (sie waren mit Tenor wirklich nicht schwer zu reiten), ging es gleich weiter zu Serienwechseln. Als ob das noch nicht genug wäre, dann eine Zickzacktraversale im Galopp mit fliegendem Wechsel und als Abschluss ein wenig Passage.

Meine erste Passage! Meine Begeisterung können wahrscheinlich nur Dressurreiter nachvollziehen. Ich war einfach hin und weg, dass die Lektion, von der ich zwar wusste, wie sie aussehen soll und wie sie theoretisch geritten wird, auf Anhieb klappte. Was mit Sicherheit dem Pferd geschuldet ist.

Was sich schon richtig toll anfühlte, stellte sich jedoch auf den Videos als reichlich mäßig heraus. Na ja, wäre auch ein Wunder, wenn ich bei meinen ersten Versuchen, die Lektionen in der gleichen Qualität reiten könnte, wie die Leute, die sie schon jahrelang üben.

Apropos Video. Auf meine Bitte hin wurde ich bei fast jeder Reitstunde gefilmt. Es war zwar zum Teil schmerzhaft, meine Fehler zu sehen (wie es einem eben häufig geht, wenn man sich selbst am Video sieht), aber auch sehr hilfreich. Oft genug hatte ich bei Sitzkorrekturen das Gefühl, mache ich doch eh und am Video konnte ich dann sehen, wie sehr mich mein Gefühl täuschte.

Da ich weiß, wie ich sitzen soll und wie das Pferd gehen soll, half mir die abendliche Videoanalyse im Hotel, um jeden Tag besser zu reiten. Dass ich fünf verschiedene Pferde zum Reiten bekam, war einerseits eine Herausforderung, weil ich mich auf jedes Pferd wieder neu einstellen musste, andererseits konnte ich dadurch jedoch besonders viel lernen.

Es hat mich jeden Tag wieder erstaunt, wie viel ich reiten durfte. Ich selbst hätte mich zur Schonung der Pferde keine Übergänge Piaffe – Passage – Mitteltrab üben lassen. Am Video sieht man immer wieder die Taktfehler, wenn ich das Pferd gestört habe. Umso dankbarer bin ich dafür, dass ich es tun durfte. Es war eine tolle Erfahrung und ich habe unglaublich viel für mich mitnehmen können. Auch die Übungen aus der Working Equitation waren eine echte Herausforderung und ein Ansporn, mit dem eigenen Pferd konsequenter zu üben.

Mein Pferdchen kann zwar keine Piaffe und keine Passage und die Serienwechsel klappen auch noch nicht so wie ich mir das vorstelle, aber auch auf meiner neunzehnjährigen Dame kann ich meinen Sitz und meine Einwirkung weiter verbessern, damit ich die Lektionen besser reiten kann, wenn ich wieder nach Portugal fliege. Denn eines ist gewiss: Ich war nicht das letzte Mal bei den Valencas!

Durch Instagramm nach Portugal

Man sollte nicht glauben, wozu Social Media gut sein können. Vor Jahren schon, bei Besuchen der Apassionata, habe ich die Truppe von Luis Valenca bewundert, die nicht nur jedes Mal eine tolle Show abgeliefert, sondern auch sehr schönes Reiten mit korrekten Lektionen gezeigt hat. Also für mich als passionierte Dressurreiterin ein doppelter Genuss.

Jahrelang habe ich davon geträumt, auch mal solche Pferde reiten zu können. Mit meinen selbst ausgebildeten Pferden habe ich zwar auch einiges erreicht, so bin ich unter anderem bis zur Klasse LM erfolgreich Turniere gestartet, aber wer je versucht hat, mit dem Pferd gemeinsam zu lernen, weiß, dass alles deutlich länger dauert, wenn nicht wenigstens einer der Partner weiß, was Sache ist. Und so bin ich nie zu den Lektionen der höheren Klassen vorgedrungen.

Unter anderem wegen meinen Rückenproblemen habe ich den Turniersport aufgegeben, mich mehr meinen Büchern und später auch dem Reisen gewidmet. Für die Bücher habe ich mich mit den verschiedenen Social Media beschäftigt. Und obwohl ich mich auch wegen meiner Bücher bei Instagramm angemeldet habe, hat es sich doch so ergeben, dass ich dort vor allem Pferdebilder ich poste und Pferdeleuten folge. Über die Seite von Ben Atkinson von Atkinson Actionhorses bin ich auf die Seite von Steve Paulsen gestoßen, er unter dem Namen steves_ steeds auf Instagramm postet. Im Oktober vergangenen Jahres sah ich voller Neid seine Bilder von seinem Aufenthalt bei den Valencas in Vila Franca de Xira. Unter den Bildern der Link zur Seite von Valenca Classical Riding. Das habe ich mir dann genauer angesehen und mein Erstaunen war groß, als ich sah, dass die Valencas eine Reitschule haben!

Ich musste nicht lange überlegen. Zwei Tage später habe ich eine Email an die Valencas geschrieben und eine Woche später meinen Aufenthalt fix gebucht. Es war nicht ganz einfach, einen Termin zu finden, schließlich hatte ich bereits zwei Wochen Namibia geplant und Mitte März sollte das Reiterpasstraining losgehen. Danach würden mich Reitturnier, Schülergruppen und Touristensaison in Zell am See festhalten. Also habe ich mich für eine Woche einen Monat nach Namibia entschieden, auch warme Kleidung eingepackt (in Portugal kann es in den Wintermonaten auch mal regnen und recht frisch sein) und Betreuer für meine Pferde organisiert.

Am 9. März war es dann soweit. Der Flieger hat mich nach Lissabon gebracht, dort wurde ich vom Flughafen abgeholt und eine halbe Stunde später stand ich im Stall der Valencas. Überall Bilder von Altmeister Luis Valenca. Ganz groß die Tafel, auf der man lesen kann, dass die Valencas dieses Jahr bei der Cavalluna ihre Show zeigen und auch bei der in München stationierten Show Equila mit dabei sind. Zwischen den Gebäuden Beete mit Zierpflanzen. Der Geruch nach Pferd mischt sich mit dem Duft von Jasmin.

Da stand ich unter Palmen, die portugiesische Sonne schien auf mich herab und die Hengste beäugten mich neugierig von ihren Außenboxen aus. Auf welchem von ihnen würde ich am nächsten Tag reiten? Würde ich mich blamieren? Oder würde ich wenigstens eine halbwegs gute Figur machen? Die Antwort auf diese Fragen bekommt ihr in meinem nächsten Blogbeitrag.

 

Giraffen, Gnus und Regenbogen

Ich wollte den Winter abkürzen, ein kleines Stückchen Afrika kennenlernen, wilden Tieren zu Pferd näher kommen und dennoch nicht auf Komfort verzichten. Keine Rundreise, sondern lieber an einem einzigen Ort mein Urlaubserlebnis vertiefen. Nach einer ausführlichen Internetrecherche habe ich mich für Namibia entschieden und in Namibia wiederum für die Kambaku Lodge.

Nachdem ich am ersten Tag gleich meine Buschtaufe erhalten habe (bin beim Ausreiten in einen Regenguß gekommen) wurde ein Tag schöner als der andere. Ich habe alles bekommen, was ich wollte. Tolle Ausritte mit langen Galoppaden und wunderschönen Tierbegegnungen, viel Spaß bei Jeepsafari und Buschtraining. Bei den Ausflügen nach Etoscha und Waterberg habe ich dann noch ein bisschen mehr von Namibia gesehen. Ich habe viele nette Leute kennengelernt, viel zugehört, denn jeder hatte spannende Geschichten zu erzählen.

Während ich meine beiden aktuellen Romane ‚Seitenwechsel – Austrian Vampire World‘ und ‚Spiegelgene‘ überarbeitet habe, konnte ich den Webervögeln beim Nestbau zusehen. Aufgrund meines Hauptberufs – Reitlehrerin – war ich auch neugierig, wie sich die Schulpferde am Reitplatz machen, habe mein Bestgiraffenfotografierpferdchen Bontine auch im Viereck ausprobiert und war positiv überrascht.

Es war nicht ganz so heiß, wie ich gedacht hatte, aber dafür gab es tolle Gewitterstimmungen und riesige Regenbögen. Nie hätte ich gedacht so oft und so nah an die Giraffen heran zu kommen. Doch die Pferde machten es möglich. Aber nicht nur die großen Tiere hatten es mir angetan. Ich war auch fasziniert von den unzähligen Schmetterlingen und den riesigen Käfern.

An meinem Geburtstag hat mir Afrika ein besonderes Geschenk gemacht, indem es einen extragroßen doppelten Regenbogen über eine Herde Gnus und drei Giraffen spannte und die Farben ganz besonders leuchten ließ. An meinem letzten Tag durfte ich dann noch mit einer ganzen Gruppe von Giraffen mitreiten, als wäre ich mit meinem Pferd Teil dieser kleinen Herde. Ein unglaubliches Erlebnis! Beinahe war es, als wollte mir das Land den Abschied besonders schwer machen.

Jetzt bin ich wieder zu Hause und schreibe an meinem Reisebericht. Jeden Tag kommen neue Erinnerungen hoch, wieder und wieder sehe ich mir meine Fotos an. Etliche gibt es bereits auf meiner neuen Facebookseite @Bettinasreiterreisen zu sehen. Meinen Bericht möchte ich auch als Ebook und als Print veröffentlichen. Einerseits weil ich einfach gerne von meinen Reisen erzähle und andererseits, weil  ich hoffe, dass mein Büchlein gefällt und der eine oder andere Euro in der Reisekassa landet – damit ich irgendwann zurückkehren kann zu … Giraffen, Gnus und Regenbogen.