Meine Katze wird zur Wohnungskatze

Seit einem knappen dreiviertel Jahr wohnen wir nun zusammen, meine Katze und ich. Eine ganze Weile schon hatte ich mit dem Gedanken gespielt, meine Mieze bei mir aufzunehmen. In ihren jungen Jahren war Jolie eindeutig im Reitstall besser aufgehoben. Die ungestüme Kamikatze wäre mit den Beschränkungen einer Wohnung unglücklich gewesen und auch wenn ich über einen großen Garten verfüge, so ist doch die Straße relativ nah und damit auch die Gefahr, dass eine freche kleine Katze unter die Räder kommt relativ groß.
Doch in den letzten Jahren ist Jolie immer ruhiger geworden. Sie wollte gar nicht mehr so viel draußen sein. Besonders in den Wintermonaten hat sie kaum noch ihren warmen Platz auf der Heizung im Büro verlassen. Den letzten Ausschlag hat ein Ereignis im vergangenen Jahr gegeben. Es war am zweiten Tag unseres Reitturniers. Jolie hatte die Nacht draußen verbracht. Und ich hatte eigentlich erwartet, dass sie morgens schon vor der Bürotür auf ihr Futter warten würde. Doch keine Katze weit und breit. Als dann von den Damen, die die Turniergastronomie betreuten, jede Menge Blut entdeckt wurde, stieg meine Nervosität weiter.


Jolie tauchte den ganzen Tag nicht auf und ich wusste nicht, lebte sie noch und hatte sich nur verkrochen oder war sie längst tot. Wie viel Blut kann schließlich eine drei Kilo schwere Katze verlieren, ohne daran zu Grunde zu gehen? Am Abend im Bett fasste ich den Entschluss, wenn ich meine Katze am nächsten Tag lebend vorfinden sollte, dann würde ich sie zu mir in die Wohnung nehmen.
Am Morgen fuhr ich dann schon um halb sechs los, um vor dem Turniertrubel im Stall zu sein. Da würde ich die besten Chancen haben, Jolie aus ihrem Versteck hervorzulocken. Ich ging sofort ins Strohlager. Dort rechnete ich mir die besten Chancen aus, sie vorzufinden. Und tatsächlich, auf mein Rufen hin regte sich etwas zwischen den Ballen. Zerrupft und blutig kam mir Jolie entgegen, wollte sich im ersten Moment gar nicht anfassen lassen, erlaubte mir aber nach ein paar beruhigenden Worten, sie auf den Arm zu nehmen und ins Büro zu tragen.

 

Appetit hatte sie zunächst keinen, nach einer Weile begann sie aber dann doch zu fressen. Da sie neben etlichen Kratzern eine üble Bisswunde am Unterkiefer hatte, bekam sie von unserer Tierärztin ein Antibiotikum gespritzt. Ihre Erzfeindin, die Katze meines Chefs, hatte die Nacht bei ihm in der Wohnung verbracht, also verdächtigte ich den Nachbarskater, der Jolie deutlich an Größe und Gewicht überlegen ist,, dass er sie so zugerichtet hatte.

 


Mit einem schlechten Gewissen fuhr ich nach Spanien, denn auch wenn Jolie ihr Abenteuer überlebt hatte, die zwölf Jahre, die sie im Stall verbracht hatte, zeigten sich sichtlich und sie erholte sich nicht vollständig. Sie war extrem dünn, hatte schlechten Appetit und ihr Fell wirkte stumpf. Zum Glück veränderte sich während meiner Abwesenheit jedoch nichts zum Schlechteren und ich packte nach meiner Rückkehr meine kleine Mieze in ihren Transportkorb und nahm sie zu mir nach Hause.
In der ersten Woche schlief sie fast die ganze Zeit, doch bald wurde sie lebhafter, erwartete von mir, dass ich nicht nur mit ihr schmuste, sondern auch regelmäßig mit ihr spielte. Sie nahm zu, ihr Fell begann wieder zu glänzen und ihre Augen zu leuchten. Meine Befürchtungen, sie würde ständig hinaus wollen und permanent in Gefahr sein, von einem Auto überfahren zu werden, erwies sich als unbegründet. Ihre Ausflüge in den Garten bleiben stets kurz und meist bevorzugt sie sowieso den Balkon. Von dort aus kann sie alles sehen und muss sich nicht mit anderen Menschen oder Tieren befassen.
Mals sehen, wie viele gemeinsame Jahre uns noch vergönnt sind. Katzen können ja zwanzig Jahre und mehr werden. Auf jeden Fall freue ich mich, dass unser gemeinsames Abenteuer noch nicht zu Ende ist.

Casper Teil 5

Ich war in der letzten Zeit im Internet nur mäßig aktiv und das hat seinen Grund im realen Leben, das mich ziemlich gefordert hat. Unter anderem war ich mit meinem langjährigen vierbeinigen Projekt Casper beschäftigt, über das ich bereits in den vorhergehenden vier Teilen berichtet habe. Zwar haben meine Bemühungen dazu geführt, dass der kleine Huzule (okay, für einen Huzulen ist er eigentlich groß) im Schulbetrieb brauchbar war, aber das ideale Schulpferd sieht definitiv anders aus. Als nun unser Schulbetrieb verkleinert wurde,  gehörte er aus diesem Grund auch zu den Pferden, die verkauft werden sollten.

Zunächst dachte ich, ich hätte die perfekte Lösung gefunden, denn ich konnte ihn an eine Reitschülerin vermitteln. Ihr war klar, dass er keinen ganz einfachen Charakter hat, dachte aber, dass schon mit ihm klarkommen würde. Ich selbst hatte ihr gratis Beritt und Unterricht angeboten, um ihr über die Anfangsschwierigkeiten, zu denen es sicherlich kommen würde, hinwegzuhelfen.
Aus diesem Grund hatte ich ein wenig Bauchweh, als ich eine Einladung zu einer Reise zur Feria nach Golega erhielt. Einerseits wollte ich sehr gerne wieder zu dem großen Pferdefest in Portugal, andererseits war ich nicht sicher, ob zu Hause alles gut laufen würde. Aber da meine Mutter anbot, sich um meine Katze zu kümmern, die nach zwölf Jahren im Pferdestall eben erst zu mir in die Wohnung gezogen war, mein Bruder anbot, meine Pferde zu versorgen  und mein Chef meinte: „Fahr nur“, buchte ich meinen Flug.


Das war am Montag. Am Samstag stand Caspers neue Besitzerin vor mir und gestand mir: „Du, ich traue mich nicht mehr mit dem Casper. Du hast ja keine Ahnung, wie er mit mir ist, wenn du nicht dabei bist. Ich möchte ihn wieder zurückgeben. Am liebsten wäre es mir, wenn du ihn nimmst.“
Da musste ich erstmal schlucken. Mir war klar gewesen, das die beiden nicht besonders gut miteinander klar kamen, ich hatte für meine Abwesenheit auch Hilfe für sie organisiert, aber dass sie ihn ohne meine Unterstützung nicht mal mehr reiten konnte, weil er sie nicht mehr aufsitzen ließ, hatte ich nicht gewusst.
Darauf folgten zwei Nächte in denen ich mehr oder weniger im Kreis ging. Durch die jahrelange intensive Arbeit hatte ich eine enge Beziehung mit Casper aufgebaut. Ich hatte immer mehr Spaß mit dem kleinen Kerl. Aus dem Steiftier war ein annehmbares Dressurpony geworden. Würde das alle wieder verloren sein, wenn er an einen anderen Platz kam? Es würde mehr als schwer werden, einen guten Platz für den kleinen Kerl zu finden. Für einen Turnierreiter hat er zu wenig Gang, für die meisten Freizeitreiter einen zu schwierigen Charakter.


Ich hatte keine Turnierambitionen mehr, mir reichte es den Glanz in seinen Augen zu sehen, die schon einmal nur noch stumpf und in sich gekehrt gewesen waren, sein zufriedenes Schnauben zu hören, wenn er für eine gelungene Lektion gelobt wurde. Ein sauberer Arbeitstrab oder Arbeitsgalopp bereiteten mir ebenso viel Freude, wie anderen Reitern ein Siegerschleifchen, denn ich wusste, wo ich mit diesem kleinen Kerl angefangen hatte. Wenn man bei – 5 beginnt ist + 1 schließlich schon recht gut.
Extra für Casper hatte ich mich für den Olinekurs mit Kenzie Dyslie angemeldet, um meine Kenntnisse in Bezug auf Freiarbeit, Zirkuslektionen und Bodenarbeit im Allgemeinen zu vertiefen. Denn für diese Art der Beschäftigung hat Casper ein besonderes Talent, während meine Warmblutstute klassische Handarbeit oder Arbeit am langen Zügel bevorzugt.
Und genau da lag das Problem. Ich hatte bereits zwei Pferde! Was mache ich mit einem dritten? Die Zeit wäre nicht das Problem. Schließlich hatte ich Casper auch zuvor täglich betreut. Der Kaufpreis wäre auch nicht das Problem. Durch seine speziellen Voraussetzungen ist der Marktwert von dem kleinen Kerl nicht besonders hoch. Allerdings will auch so ein kleiner Huzule fressen und erhalten werden.
Also begann ich zu rechnen. Wäre meine Jessy noch jünger, hätte ich mit dem Rechnen gar nicht erst angefangen, aber sie wird nächstes Jahr 32 und es ist absehbar, dass sie nicht mehr ewig bei mir bleiben wird. Auch meine Bakira wird nächstes Jahr schon 20. Was, wenn ich Casper gehen lasse und dann stirbt womöglich Jessy? Noch geht es ihr gut, aber sie wird allmählich doch reichlich klapprig und wer weiß, wieviel Zeit ihr noch vergönnt ist?
Nach langem Hin und Her habe ich mich schließlich entschlossen, es mit dem kleinen Kerl zu versuchen. Wenn nichts total Unvorhergesehenes passiert, sollte es sich problemlos ausgehen und ich mag ihn bereits viel zu sehr. Ihn jetzt hergeben zu müssen, würde ebenso weh tun, wie ihn in fünf Jahren zu verkaufen. Eine passende Reitbeteiligung war auch schnell gefunden.

Also habe ich schweren Herzen die Reise nach Golega abgesagt – einerseits, weil ich mich bereits auf die Reise gefreut hatte, andererseits weil ich normalweise zu hundert Prozent zu einer Zusage stehe und keinen Rückzieher mache – und das Geld, das für die Reise geplant war, für den Ankauf von Casper verwendet.
Auch das Geld, das ich für die Reiterreisen der nächsten Jahre gespart habe, wird in den kleinen Kerl fließen. Somit werde ich in den nächsten Jahren mehr zu Hause bleiben, als geplant. Das passt auch zu meiner beruflichen Entwicklung. Denn durch die Verkleinerung unseres Schulbetriebs habe ich zwar die Möglichkeit wirklich nur mehr die eigenen Leute zu unterrichten, so wie ich es mir schon lange gewünscht habe, andererseits habe ich nun aber auch keine Vertretung mehr und wenn ich nicht da bin fällt der Unterricht aus.
Ich bin also weiter auf der Reise, auch wenn ich zu Hause bleibe, denn die Ausbildung eines jeden Pferdes ist so etwas wie eine Reise und auch berufliche Veränderungen sehe ich als eine Art Reise. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass sowohl Casper, als auch meine Reitschüler ganz viel dazu lernen.

Irgendwann bleib i dann dort …

Das ist das Gefühl, das bei jedem Spanienaufenthalt wieder in mir hochkommt. Ganz besonders bei meinen Aufenthalten auf der Hacienda Buena Suerte. Nicht umsonst, bin ich zum Wiederholungstäter geworden und habe mir seit 2016 jedes Jahr zumindest eine Woche bei den Dyslis vergönnt.

Jedes Jahr ist ein bisschen anders, jedes Jahr lernt man wieder nette Menschen kennen, jedes Jahr kann ich ein bisschen mehr Spanisch und beherrsche die Spanische Reitweise ein bisschen besser. Dieses Jahr bin ich zwölf Tage geblieben und durfte ich zum ersten Mal auch Piaffe und Passage üben. Den Pferden ist natürlich nicht entgangen, dass ich bei diesen Lektionen noch nicht so sicher bin und haben sich nicht mehr angestrengt als unbedingt nötig. „Mas impulsion“, hat der spanische Reitlehrer David immer wieder gerufen, und ich habe mir wirklich Mühe gegeben, doch die Pferde haben sich dadurch nicht täuschen lassen. Aber hey, ich werde weiterüben und im nächsten Jahr heben sie dann ihre Beine vielleicht schon ein wenig mehr.

Auch an der Garrocha habe ich mich wieder versucht. Mit den Spaniern kann ich natürlich nicht konkurrieren, aber dafür, dass ich erst das dritte Mal mit dieser langen Stange der spanischen Rinderhirten geritten bin, war es gar nicht mal so schlecht. Ich durfte sogar ein wenig galoppieren. Die engen Wendungen unter der Stange hindurch, habe ich dann aber doch lieber im Schritt gemacht.

Auch Ausflüge habe ich natürlich wieder gemacht. Einmal bin ich alleine mit dem Fahrrad losgezogen und nach Villamartin gefahren. Ein bisschen wenig Luft war in den Reifen. Dadurch war es besonders anstrengend, die Hügel hinaufzutreten. Und Hügel gibt es in Andalusien wahrhaft genug. Es geht ständig rauf und runter. Ich hatte eigentlich erwartet, dass ich mich am nächsten Tag vor lauter Muskelkater kaum würde rühren können, doch ich hatte meine Kondition offensichtlich unterschätzt. Gar nichts habe ich gespürt. Was vielleicht auch an den vielen Fotografierpausen gelegen hat. Ständig fand ich neue Motive, die es sich festzuhalten lohnte. Mal waren es die Stuten mit Fohlen, dann wieder einfach nur die Weite der Landschaft und in Villamartin selbst die typischen spanischen Gebäude.

Zwei freundliche deutsche Damen haben mich zu einem weiteren Ausflug mitgenommen – einer Wanderung durch den Nationalpark Sierra de Grazemala. Die Strecke war gut gewählt – von einem Dorf zum nächsten immer an einem kleinen Flüsschen entlang. Die hohen Bäume spendeten Schatten, sodass auch die sommerlichen Temperaturen gut auszuhalten waren. Auf dem Rückweg haben wir eine kleine Runde durch den botanischen Garten gemacht. Auch wenn um diese Jahreszeit vieles braun und vertrocknet ist, haben wir doch die eine oder andere Blüte gefunden.

Auch einen Reitausflug über die Hacienda und zum Teil auch über das Gelände der Nachbarn habe ich gemacht. In den letzten Jahren war ich mehr damit beschäftigt gewesen, Bodenarbeitskurs bei Kenzie zu machen, Reitunterricht zu nehmen, mir die Städte in der Nähe anzusehen und am Pool zu entspannen. Den Geierberg hatte ich in alle Richtungen zu Fuß erkundet und ich dachte, ich würde zu Pferd auch nicht viel anderes zu sehen bekommen. Doch ich sollte mich täuschen. Schon nach wenigen hundert Metern ging es durch das erste Tor und in mir bis dahin noch unbekanntes Gelände. Ich hatte extra um ein Pferd gebeten, das brav genug war, dass ich problemlos fotografieren konnte, und ich muss sagen, Fandango hat seinen Job wirklich gut gemacht.

Ich fotografierte und filmte fleißig mit meine Handy, unserer Rittführerin Nora hatte ich meine Kamera in die Hand gedrückt und sie war so freundlich, eine ganze Reihe von Fotos zu machen, auf denen auch ich zu sehen bin. Das eine oder andere wird auch den Weg in mein Buch finden. Denn nach meinem Reiterreisenbuch über Namibia, habe ich nämlich bereits in Spanien die Stunden am Pool dazu genützt, mit meinem nächsten Projekt zu beginnen – einem Reiterreisenbuch über Andalusien.

 

 

Namibia – Ausflug nach Waterberg

Theoretisch wäre es von Kambaku aus nur ein Katzensprung nach Waterberg, aber wir waren doch eine ganze Weile unterwegs, schließlich mussten wir uns an die Straße halten und zuerst nach Otjiwarongo, wo es, wie ich voller Erstaunen feststellte, einen Sparmarkt gibt.

Als wir in die Schotterstraße einbogen, die zum Wildreservat führte, fühlte ich mich plötzlich an Indien erinnert. Rinder trotten vor uns die Straße entlang. Es waren auch tatsächlich Zebus, eine für Indien typische Rinderrasse, die nach Namibia importiert worden waren, weil sie mit dem trockenen Klima gut zurecht kommen.

Am Parkplatz begrüßten uns Zebramangusten. Endlich kam ich nahe genug heran, um Fotos machen zu können.

Der Kontrast zwischen dem kräftigen Rot der Felsen und dem intensiven Grün der Bäume ist tatsächlich ein ganz besonderer Anblick.

Ich begeistere mich nicht nur für große Tiere, sondern auch für kleine. Also hielt ich ganz still und die Kamera gezückt, als sich eine Eidechse auf den Felsen zeigte.

Die unzähligen Tausendfüßler knipste ich ebenfalls und ein Klippschliefer tat mir den Gefallen und posierte für mich. Diese niedlichen Tierchen ähneln äußerlich wohl Murmeltieren, sind aber mit den Elefanten und Seekühen verwandt.

Ich habe mich ganz vorsichtig an den kleinen Kerl herangeschlichen, habe dabei ein Foto nach dem anderen geschossen und kam ihm sogar nahe genug, um ein Selfie mit ihm machen zu können. He, wie viele Leute besitzen ein Selfie mit einem Dassie? (So werden die Klippschliefer auf Englisch genannt.)

Ich fand es faszinierend, dass diese Tiere tatsächlich spezielle Kotplätze haben und dann auch noch Kot und Urin streng trennen, sodass die entsprechenden Felsen regelrecht schwarz-weiß markiert sind.

Beinahe unten im Tal machte mich Johann auf eine Gruppe von Dikdiks aufmerksam. Diese kleinsten aller Antilopen hätte ich blindes Huhn wahrscheinlich übersehen. Es hat eben seine Vorteile, einen Jäger mit dabei zu haben.

Ein Warzenschwein stand ganz entspannt am Straßenrand.

Die Zuchttiere der Krokodilfarm in Otjiwarongo sind ganz schön imposante Echsen. Jede an die vier oder sogar fünf Meter lang. Zu denen möchte ich nicht unbedingt ins Gehege. Ich denke die Wahrscheinlichkeit in einem Stück wieder rauszukommen ist eher gering.

Ein ganz kleines Krokodil musste sich für die Fotos opfern. Es hatte sich wohl schon mit seinem Schicksal abgefunden und machte keine Versuche sich zu entziehen, als ich es für die Bilder in die Hand gedrückt bekam.

Als eine Art Streichelzoo gab es ein Gehege mit Leopardschildkröten. Neben den halbwüchsigen und erwachsenen Tieren, gab es auch drei Wochen alte Babys, die noch locker in eine Handfläche passten.

Als letzten Programmpunkt dieses Tages ging es noch zum Cheeta Preservation Fund. Dort hat man sich der Rettung der Geparde verschrieben. Tiere, die sich nicht dazu eignen, ausgewildert zu werden, werden dort in großen Gehegen gehalten.

Um sowohl den Farmern als auch den Geparden zu helfen, werden in der Gepardenstation anatholische Hirtenhunde gezüchtet und an die Farmer verkauft, nachdem diese im Umgang mit den Tieren unterwiesen wurden. Bewachen diese Hunde dann eine Herde, ist es vorbei mit leichter Beute für die Raubtiere  – und zwar für alle gleichermaßen.

Auf der Rückfahrt habe ich versucht die Schmarotzermilane zu fotografieren, die sich gerne an den Straßen sammeln, um Roadkill zu beseitigen. Auf dem kleinen Display meiner Kamera sahen die Fotos auch gut aus, später auf dem Laptop erkannte ich jedoch, dass die Flügel zum Teil verwischt waren. Die Vögel waren einfach zu schnell für mich – oder meine Kamera zu langsam.

Dafür schaffte ich es, ein schönes Foto von dem Regenbogen zu machen, der sich bei der Rückfahrt vor uns über die Straße spannte.

Alle Details zu meiner Reise nach Namibia findet ihr in meinem Buch:

Bettinasreiterreisen – Namibia“ erhältlich als Taschenbuch und Ebook bei Amazon.

 

Namibia – Ausflug nach Etosha

Es war deutlich zu merken, dass in diesem Gebiet nicht gejagt wird. Kaum waren wir in den Park eingefahren, waren wir an allen Seiten von Tieren umgeben. Die Zebras grasten wenige Meter neben dem Auto und trotteten unbeeindruckt direkt vor uns über den Weg. Giraffen sahen von oben auf uns herab. Schwarzgesichtsimpalas standen direkt neben der Straße.

 

Dann sahen wir ein Auto am Rand der Schotterstraße stehen, daneben ein Baum und – als wir näher heranfuhren – darunter vier Geparde. Eine Mutter mit drei fast erwachsenen Jungtieren. Die Gepardin musste eine geschickte Jägerin sein, wenn sie es geschafft hatte, gleich drei Junge großzuziehen.

 

Auch die Flamingos waren beeindruckend, allein schon durch ihre schiere Anzahl.

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Und dann – ein paar Kilometer weiter – ein Elefant. Zuerst nicht mehr als ein wandelnder Felsen zwischen den Büschen, doch wenig später lief er direkt vor uns über die Schotterstraße.

 

Erst als wir die umzäunte Sicherheit des Rastplatzes wieder verließen, kamen wir zu Vögeln, die groß genug waren, dass auch ich sie mit meiner Kamera problemlos festhalten konnte: Strauße.

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Die Zebras verwendeten den Sand der Salzpfanne zum Ruhen und Wälzen.

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Suchbild mit Nashorn:

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Die Überreste abgestorbener Bäume faszinierten mich ebenfalls. Wie seltsame Tiere hockten sie zwischen den Steinen, oder reckten ihre verdrehten Zweige wie Korallen, die ihr Meer verloren hatten, zum Himmel empor.

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Beim Ausgang entdeckte ich ein Ockerfußbuschhörnchen. Während die anderen Pinkelpause machten, machte ich mit der Kamera Jagd auf den kleinen Gesellen.

 

 

Namibia – Buschtraining, Gamedrive, Bogenschießen

Natürlich stand für mich das Reiten im Vordergrund, aber ich wollte auch möglichst viele der anderen Möglichkeiten der Lodge ausprobieren. So ging ich nach dem Ausritt und dem anschließenden Frühstück meist in die ‚Schule‘, so nannten wir scherzhaft das angebotene Buschtraining.

Am Nachmittag haben wir dann das, was wir in der ‚Schule‘ gelernt haben, beim Gamedrive in die Praxis umgesetzt.

Pflanzen waren einfacher zu erkennen und zu unterscheiden als Vögel. Sie halten still und man kann sich ihre Blätter und Äste in aller Ruhe ansehen.

Über Wasser freut man sich in Namibia und lässt sich davon auch nicht vom Gamedrive abhalten, auch wenn das Auto beinahe zum Boot mutieren muss.

Ich suchte den Boden ab und dachte schon, der Pfeil sei auf immer verloren, als ihn Jimmy rund dreißig Meter hinter dem Netz zwischen den Wurzeln einer Akazie fand. Hätte es einen Weitschusswettbewerb gegeben, den hätte ich mit Sicherheit gewonnen.

Einzelheiten gibt es nachzulesen in meinem Buch: „Bettinasreiterreisen – Namibia“ erhältlich als Taschenbuch und Ebook bei Amazon.

 

Namibia – Die Wildtiere

Impalas werden auch – wenig schmeichelhaft – als Löwenbigmac bezeichnet, denn sie schmecken nicht nur den Geparden sondern einer ganzen Reihe von Räubern und sie sind schnell. Also Fastfood im wahrsten Sinne des Wortes. Außerdem kann man in der weißen Zeichnung an ihrem Hinterteil mit etwas Fantasie ein großes M erkennen.

Auch von ihnen habe ich viel zu viele Bilder gemacht und später die Qual der Wahl gehabt. Schließlich möchte man Verwandten und Freunden Urlaubsfotos zeigen, aber ich wette, die meisten von ihnen wären spätestens nach dem fünfzehnten Gnufoto eingeschlafen.

 

Die Zebras zeigten sich ein wenig scheuer, dabei hätte man meinen können, sie würden von ihren Pferdeverwandten angelockt. Aber die gestreiften Einhufer hielten stets einen Respektabstand.

Kudus sind sehr gut getarnt und gerade weil sie erstmal bewegungslos verharren, auch schwer zu entdecken.

Ein ebenfalls häufiger Anblick auf Kambaku sind die Oryxantilopen mit ihren hübschen schwarz-weiß gestreiften Gesichtern, die man auch auf dem namibischen Wappen findet.

Von den tagaktiven Vögeln habe ich zwar viele gesehen, aber wenige fotografiert. Dazu hätte ich ein besseres Zoom benötigt. Nur von den Weißrückengeiern habe ich einige schöne Bilder gemacht. Sie sind groß genug, dass sie auch aus einiger Entfernung fotografiert gut wirken.

Die beeindruckendsten Tiere auf Kambaku sind aber mit Sicherheit die Giraffen.

Mehr in meinem Buch: ‚Bettinasreiterreisen – Namibia‚ erhältlich bei Amazon.

 

Namibia – Die Ausritte

Eine große Gruppe Gnus stand im Regen und beäugte uns misstrauisch. Hellbraune Kälber sprangen zwischen den dunklen Alttieren herum. Wir blieben eine ganze Weile stehen, sodass genügend Zeit zum Fotografieren blieb.

         

Inzwischen war der Regen stärker geworden. Der Boden weichte mehr und mehr auf. Die rote Erde wurde schlüpfrig und die Pferde rutschten immer wieder mal weg.

Zum Glück war der Regen nach einer halben Stunde vorbei und der kalte Wind wurde von einem warmen abgelöst.  Danach bin ich nie mehr ohne Jacke ausgeritten, auch wenn ich sie oft umbinden musste, weil es zu heiß war, um sie anzuhaben.

Oft waren kaum hundert Meter nach der Lodge die ersten Tiere zu sehen. Die Pferde waren durchwegs so ruhig, dass ich keine Bedenken hatte, von ihrem Rücken aus zu fotografieren.

Ich habe massenhaft Öhrchenfotos mit nach Hause gebracht. Schließlich muss man dokumentieren, dass man die Fotos vom Pferd aus gemacht hat und auch Nichtreitern nahebringen, wie schön es ist, die Natur über die Ohren eines Pferdes hinweg zu erleben.

Bontine jedoch hatte kein Problem damit sich von den anderen Pferden zu entfernen und sich in gemütlichem Schritt unauffällig an die Giraffen heranzupirschen.

Vor uns schritten die Giraffen in die aufgehende Sonne hinein und hinter uns folgten die anderen, die sich von den Pferden nicht irritieren ließen, sondern sich gemütlich weiterbewegten, als würden wir zur Herde gehören.

Meinen ausführlichen Reisebericht gibt es als Taschenbuch:

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Namibia – Die Pferde

Die Schulpferde auf Kambaku werden in der Herde gehalten. Der großzügige Auslauf gibt ihnen Platz sich gegenseitig auszuweichen.

Der mit Steinen durchsetzte Boden schien die Pferde nicht zu stören. Sie sind ihn wohl gewöhnt. Vielleicht gar kein schlechtes Training für das ebenfalls steinige Gelände bei den Ausritten.

Nachwuchspferd Sokkies drängte sich in den Vordergrund, sobald er mich mit der Kamera entdeckte.

 Die Sattelkammer war geräumig und liebevoll mit Tiermotiven geschmückt.

                  

Jedes Pferd hatte sein eigenes Körbchen mit Putzzeug.

Pony Hope büxt regelmäßig aus und nützt den Reitplatz auf ihre Weise.

Gelegentlich treiben Zebramangusten zwischen den Buchstaben des Dressurvierecks ihr Unwesen.

Der überdachte Putzplatz wurde eben neu betoniert, ein Teil war noch abgesperrt. Daneben gab es Fressstände für alle Pferde.

Buschpferdchen Bontine machte auch auf dem Reitplatz eine gute Figur.

 

 

Namibia – Die Lodge

Als wir endlich durch das Haupttor bogen, begrüßte uns ein Nilpferd unter Palmen.

Es war die erste von vielen Tierfiguren, mit denen die Lodge liebevoll dekoriert ist.

                         

Die Bäume, in denen die Nester der Webervögel wie riesige Früchte hingen, der Pool, hinter dem, nur durch ein Mäuerchen abgegrenzt, man den Busch sehen konnte., die orangegelb gestrichenen Gebäude mit den Grasdächern, die Wände sowohl außen als auch in den Gebäuden mit ausgestopften Tieren, geschnitzten Masken und Gemälden geschmückt.

          

Gegessen wird gemeinsam an ein bis zwei großen Tischen, die stets liebevoll und häufig unter Verwendung von Pflanzen aus der Umgebung dekoriert sind. Und auch das Essen auf Kambaku selbst ist definitiv ein eigenes Kapitel wert.

                            

Am Pool unter Palmen liegend blutige Vampirgeschichten zu schreiben, habe ich schon in Spanien genossen, und das war auch hier in Namibia nicht anders. Nebenbei Vögel beobachten zu können habe ich als Extragoodie empfunden. Gelegentlich kam einer der Käfer mit lautem Gebrumm vorbei oder Schmetterlinge flatterten vor meiner Nase herum.

        

Auch Eidechsen, deren graubraune Rückseite mit dem Holz regelrecht verschmolz, trieben sich im Garten herum. Erst wenn sie den Kopf hoben wurde die goldgelbe Kehle sichtbar und in den Dachsparren unter dem Grasdach hatte sich eine Fledermaus versteckt.

     

Große Nachtfalter mit einer Vorliebe für Süßes umflattern die Tische. Da sie am allerliebsten Wein mögen, nennt man sie auch Weintrinker. Deshalb bekommt man für die Weingläser stets kleine Netze, deren Ränder mit Plastikperlen bestickt – und damit beschwert – sind, um zu verhindern, dass die Motten im Wein baden gehen.

     

Eine ausführlichere Beschreibung gibt es in meinem in Kürze erscheinenden Reisebericht: ‚Bettinasreiterreisen – Namibia‘. Er wird auf Amazon erhältlich sein.