Wenn jemand eine Reise tut …

… so kann er was erzählen.

Auch ich bin regelmäßig unterwegs aus den unterschiedlichsten Gründen und wenn ich nicht zwei Pferde hätte, die ich nur ungern allein lasse, wäre ich wohl noch viel mehr unterwegs.

Die Qigonglehrerausbildung und mittlerweile die Fortbildung – schließlich habe ich im Juni meine Lehrerausbildung erfolgreich abgeschlossen – führt mich regelmäßig nach Goldegg. Der Ort ist idyllisch gelegen und lädt zum Entdecken den umgebenden Bergewelt auch. Auch wenn ich der Seminare wegen immer nur für kleinere Wanderungen Zeit habe, genieße ich meinen ‚Auslauf‘ in der freien Natur. Besonders bei schönem Wetter zieht es mich stets nach draußen. Da kann das Seminar noch so interessant sein.

Schönes Wetter und ausreichend Möglichkeit draußen zu sein hatte ich beim Mustangmakeover in Aachen. Auf die Veranstaltung gestoßen bin ich durch Emilia Schlotterbeck, die ich 2017 bei meinem Aufenthalt in Spanien kennengelernt habe. Dieses Jahr hat sie selbst einen Mustang für das Makeover trainiert. Für mich war das Finale eine Möglichkeit, sie wiederzusehen, das CHIO Gelände in Aachen persönlich in Augenschein zu nehmen und unterschiedlichen Trainern bei der Arbeit zuzusehen. Nach drei Tagen war ich dann wirklich abgefüllt mit tollen Eindrücken und voller Ideen. Das Fotografieren war den Profis vorbehalten, deshalb habe ich wohl keine Bilder mit nach Hause gebracht, dafür aber einen schwarzen Mustang. Als ich den flauschigen Kerl entdeckte war es um  mich geschehen. Ich wusste einfach, ich musste ihn haben, und wenn es nur war um meinen Eltern einen Schrecken einzujagen. Ein drittes Pferd!!! Aber immerhin ausgesprochen anspruchslos in der Haltung. Braucht nicht einmal eine eigene Box. Es ist damit zufrieden, dass ich ihm eine Ecke meines Bettes überlassen habe.

Nach Spanien ging es auch wieder. Wenn ich die Straße zur Hacienda Buena Suerte hochfahre, dann ist es inzwischen ein bisschen wie nach Hause kommen. Immer wieder bekannte Gesichter, auch Emilia war zufällig wieder zur selben Zeit da (nein, wir hatten uns nicht verabredet), und sofort neue Bekanntschaften gemacht. Unter anderem eine nette Familie aus Österreich, die nur 45 Autominuten von mir entfernt wohnt. Bei unseren Gesprächen haben wir dann festgestellt, dass wir jede Menge gemeinsame Bekannte haben. Tja, die Pferdewelt ist klein. Das Wetter war auch wieder die reinste Therapie für mich. Wenn alle anderen schlapp am Boden liegen, weil ihnen viel zu heiß ist, dann laufe ich zu Höchstform auch. Nachdem Rocky, den ich in den vergangenen beiden Jahren geritten habe, bereits vergeben war, habe ich Neuerwerbung Mario ausprobiert. Wieder ein bisschen ein anderes Reitgefühl. Ja, neues Pferd, neue Herausforderung. Auch der Reitlehrer war neu. Alles ein bisschen anders. Aber so bleibt es spannend. Auch die Zeit am Pool war spannend. Schaffe ich es die Überarbeitung meines neuen Romans rechtzeitig abzuschließen?

 

 

Aber ja, zwei Tage vor Abgabetermin habe ich ihn eingereicht und auf meiner nächsten Reise, die mich wie schon so oft nach Dreieich geführt hat, habe ich dann auch meine Verlegerin getroffen. Phastastikfans muss man zu Dreieich nichts weiter erklären. Hier treffen sich Fans, Leser, Autoren, Verleger ( und die jeweiligen Innen) auf dem BuCon. Am Freitag habe ich mir noch einen Fachbesuchertag auf der Frankfurter Buchmesse gegönnt, um mich ausführlich über Selfpublishing zu informieren. Warum, werde ich in einem späteren Blogpost verraten. Und Samstag wie gesagt BuCon – die beste Gelegenheit mich mit anderen Fantasyfreunden zu treffen. Am Sonntag ging es dann nicht gleich wieder nach Hause, sondern zuerst mal in die Umgebung von Frankfurt und zwar in einen Pferdestall. Eine junge Dame, die schon viele Jahre zu mir nach Zell am See kommt, um auf unseren Schulpferden Unterricht zu nehmen, wollte gerne auch mal auf ihrer Reitbeteiligung im Heimatstall Unterricht haben. Und da ich sowieso in der Nähe war …

Die Reisen für nächstes Jahr sind auch schon wieder in Planung. Aber auch dazu wird noch nichts Näheres verraten. Aber es hat mit dem Selfpublishing zu tun. Soviel sei schonmal gesagt. Also lasst euch überraschen.

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Meine Katze und Menschen

Anfangs dachte ich, meine Katze würde sich bei anderen Menschen gleich verhalten wie bei mir – nämlich erstaunlich duldsam und freundlich. Ich darf sie im Zustand höchster Erregung aus einer Gruppe Hunde herauspflücken und bekomme dennoch ihre Krallen nicht zu spüren. Stopfe ich sie in den ungeliebten Transportkorb, um sie zum Tierarzt zu bringen, murrt sie vielleicht mal ungehalten, aber niemals kommen ihre Krallen oder Zähne zum Einsatz. Streichle ich sie, verwandelt sie sich innerhalb kürzester Zeit in einen knochenlosen Fellhaufen.

Entsprechend erstaunt war ich, als immer wieder Beschwerden an mich herangetragen wurden, meine Katze würde kratzen oder beißen. Im Laufe der Zeit habe ich dann festgestellt, dass ihr nicht jeder Mensch genehm ist und wer dann die Katzensprache nicht versteht und das Streicheln sein lässt, wenn sie nicht mehr mag, dem zeigt sie eben mit deutlicheren Mitteln, dass sie ihre Ruhe will.

Manche Menschen sind den Signalen einer Katze gegenüber schrecklich blind. Als Extrembeispiel habe ich eine junge Familie erlebt, die wie viele andere auch, zu uns in den Stall kamen ‚Pferde schauen‘. Meine Katze ist neugierig und lässt auch jeden erstmal an sich ran, aber sie ist nicht begeistert, wenn sie von Fremden sofort hochgehoben wird. Schon gar nicht, wenn dies auch noch ungeschickt geschieht. Als sie der jungen Mutter durch Strampeln und Knurren ihren Unwillen kundtat, schien diese das gar nicht zu bemerkten, sondern machte zu meinem Entsetzen Anstalten, die sich wehrende Katze zum Kind in den Kinderwagen zu halten. Ich habe dann alles liegen und stehen lassen und bin losgerannt, um sowohl Katze als auch Kind zu retten.

Zum Glück haben beide die Episode unbeschadet überstanden. Auch sonst hat meine Katze nie größeren Schaden angerichtet, obwohl manche Menschen das Fauchen einer Katze erst recht dazu verleiten scheint, sie anzufassen. Dabei mag meine Katze erstaunlicherweise Trubel. Sie ist die einzige Katze, die ich bei Voltigierturnieren einsperren muss. Wer jemals auf einem Voltigierturnier war, weiß, welche Höhen der Lärmpegel manchmal erreicht. Klatschen ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Unzählige Kinder wuseln durcheinander. Dazwischen zuschauende Erwachsene, Pferde, der eine oder andere Hund. Es riecht nicht nur nach Pferden, sondern auch nach Haarspray und man muss darauf gefasst sein, eine Ladung Glitzer abzubekommen.

Aber das stört meine Katze alles nicht. Selbstbewusst drängt sie sich durch die Zuschauerreihen. Dass sie den Austragungszirkel nicht betreten soll, versteht sie überhaupt nicht, schließlich gehört die Reithalle eigentlich sowieso ihr, und zwei- und vierbeinige Benützer werden nur gutwillig geduldet. Auch sonst sind Menschenansammlungen eine willkommene Gelegenheit, mit hoch erhobenem Schwanz Präsenz zu zeigen. Meine Katze will eindeutig keine Zweifel daran aufkommen lassen, wer denn nun eigentlich Herr dieser Anlage ist.

Besucher, die da Büro betreten, werden sofort in Augenschein genommen. Selbst wenn sie sich im Tiefschlaf befindet, entgehen ihr Eindringlinge nicht. Da heißt es dann, quer über den Schreibtisch spazieren und die Menschen beschnuppern. Wer genehm ist, darf meine Katze dann auch mal streicheln, wer diese Kunst nicht versteht und sich trotzdem darin versucht, der muss damit rechnen, einen ungehaltenen Schlag mit der Tatze abzubekommen. Danach muss sie sich dann auf den Quittungsblock setzen oder sich am Kugelschreiber reiben, schließlich muss man als Katze diesen ignoranten Menschen klar machen, wem sie es zu verdanken haben, dass sie ihre Zahlungsbestätigung bekommen.

Am allerliebsten ist es ihr jedoch, wenn sie mich für sich alleine hat. Da kann es schonmal vorkommen, dass sich eine Pfote auf meinen Arm legt und die Hand noch einmal zurück ins Fell drückt, wenn die Katze der Ansicht ist, dass sie noch nicht genügend Streicheleinheiten bekommen hat. Als gehorsamer Mensch bleibe ich dann meist noch eine Weile sitzen. Tja, da soll nochmal einer behaupten Katzendressur würde nicht funktionieren. Von wegen! Innerhalb kürzester Zeit hat die Katze den Menschen bestens abgerichtet.

Eins nach dem anderen …

… oder doch nicht.

Eigentlich wäre schon längst wieder ein Blogbeitrag fällig gewesen, aber der Brotjob fordert, der neue Roman soll bis Anfang Oktober fertig sein und mit dem Romanschreiben flutscht es gerade so. Zumindest bis heute. Jetzt steht das finale Kapitel an und ich gehöre zu den Autoren, denen das Ende am schwersten fällt. Das führt dazu, dass ich eben am Computer sitze, eine Szene entwerfe, sie wieder lösche neu schreibe. Die Wohnung putze ( was sowieso wieder fällig war), zum Computer zurückkehre, die Szene wieder lösche, neu schreibe, mir was zum essen hole, ein Stück weiter schreibe, eine Tasse Tee mache und alles was ich eben geschrieben habe wieder lösche, zu den Pferden fahre, sie auf die Koppel lasse, eine Stunde Unterricht mache, meinen Stall versorge, hoffe, dass mich das Ausmisten inspiriert, wie es sonst häufig der Fall ist. Aber nein, immer noch kann ich mich nicht entscheiden, wie ich das Ende schreibe

Es soll nicht zu blutig werden, zuckerlrosa aber auch nicht. Nachdem es diesmal um den Abschluss meiner Trilogie geht, muss ich darauf achten, alle Fäden ordentlich zu verknüpfen, keine losen Enden zurücklassen.  Dabei hätte ich noch jede Menge Ideen, aber die gehören nicht zur eigentlich Geschichte. Oder doch? Kann ich sie verknüpfen, den Spannungsbogen halten und an den bereits geschriebenen Höhepunkt noch einen weiteren anhängen und trotzdem ein so richtig fulminantes Ende schreiben?

Manchmal hilft es für eine Weile etwas anderes zu tun. Also den Abend nutzen, um einen Blogbeitrag zu schreiben, sich mal ein Filmchen oder ein gutes Buch gönnen, in der Hoffnung, dass die Ideen der Kollegen den eigenen Geist befruchten. Noch ist ja Zeit, noch kann ich hin und her überlegen. Oder soll ich doch schon mal mit dem Korrekturlesen anfangen? Nein, fühlt sich nicht gut an. Mein Inneres sagt mir, dass ich den Roman fertig haben will, dann darf er ein paar Tage ruhen und dann wird überarbeitet.

Wer weiß, vielleicht habe ich schon morgen den Gedankenblitz. Denn sie lässt mich nicht los, die Geschichte, rumort ständig in meinem Hinterkopf, und will geschrieben werden, die Frage ist nur wie. Ideen hätte ich jede Menge. Aber welche ist die richtige? Welche kommt bei den Leserinnen und Lesern am besten an? Ich wälze sie hin und her, vergleiche sie in meinem Geist. Kopfkino pur mit mir als Regisseur. Eigentlich sitze ich nur da und starre ins Nichts, aber in meinem Inneren ist die Hölle los. Da wird gemordet, wiederauferstanden, versöhnt, verhandelt … und irgendeinen Clou brauche ich zum Abschluss auch noch. Irgendetwas, mit dem ich meine Leser zum Schmunzeln bringe.

Ich hatte ja gehofft, dass mir dieser Blogbeitrag die große Erleuchtung bringt. Aber er hat nur dazu geführt, dass noch ein paar Plotbunnys mehr um mich herumhüpfen und um meine Aufmerksamkeit buhlen. Vielleicht findet sich in meinen Träumen die ultimative Antwort. Mein fleißiges Unterbewusstsein hat mir schon oft genug aus der Patsche geholfen. Also erstmal schlafen und dann weiterschreiben. Irgenwie werde ich schon zum Ende kommen. Das habe ich bisher noch immer geschafft.

Ob es auch gut geworden ist, das könnt ihr dann in ein paar Monaten lesen.  Dann wird ‚Spiegelgene‘ nämlich im Machandel Verlag erscheinen. Und … tja also eigentlich wollte ich hier Schluss machen. Aber wie ich sicherlich mitbekommen habt, habe ich so meine Probleme mit dem Ende …

 

 

Erstens kommt es anders …

Wer kennt das nicht? Man hat alles wunderbar geplant und dann wird die schöne Planung über den Haufen geworfen. Denn tja, eigentlich wollte ich Ende Juni schon einige Kapitel von meinem neuen Roman fertig haben. Gerade mal das erste Kapitel habe ich geschafft. Und wer ist schuld? Meine Katze!

Das sagt zumindest meine Kollegin. Denn meine Katze hat ihr junges Pferd erschreckt, woraufhin meine Kollegin das Pferd unfreiwillig verlassen hat. Unglücklicherweise ist sie mit dem Fuß im Steigbügel hängen geblieben. Ergebnis: Eingerissenes Seitenband, eingerissenes Kreuzband und ein lädierter Meniskus.

Und das pünktlich zu Beginn der Schülergruppenhauptsaison und eine Woche vor meiner Qigonglehrerabschlussprüfung! Das Wochenende vor der Prüfung war ich nicht wie geplant mit Lernen beschäftigt, sondern damit, die Reitstunden so umzuschichten und zu organisieren, dass ich überhaupt zur Prüfung fahren konnte. Die restlichen Tage vor der Prüfung habe ich mich abends noch an die Unterlagen gesetzt, aber nach einem mehr als ausgefüllten Tag, hatte ich eher das Gefühl, mein Kopf würde leerer als voller. Mehr als einmal bin ich mit dem Buch im Arm eingeschlafen. Am Tag vor der Prüfung schließlich war ich der Überzeugung: Ich weiß gar nichts mehr.

Ein Grund mehr, statt weiterzulernen, die Ausstellungseröffnung meines Vaters zu besuchen. Ehrlich gesagt erschien es mir auch wichtiger. Sowenig ich im Herbst nochmal zur Prüfung antreten wollte, aber mein Vater ist neunundachtzig und wer weiß, wie viele Ausstellungseröffnungen ich noch mit ihm erleben darf.

Zum Glück hatte ich im Vorfeld schon einiges gelernt, sodass ich bei der Prüfung dann doch die Seiten ganz gut mit Wissen füllen konnte und bei der praktischen Prüfung am Folgetag kam mir zugute, dass ich bereits seit einem Jahr vertretungsweise den Qigongübungsabend in Schüttdorf leite. Also zu meiner großen Erleichterung die Prüfung erfolgreich absolviert.

Die Folgewochen war ich mehr als ausgiebig mit meinem Brotjob beschäftigt (siehe oben) und ich muss gestehen, wenn ich müde bin, wirkt sich das ausgesprochen negativ auf meine Kreativität aus. Ideen habe ich zwar trotzdem, aber irgendwie wollen sie sich nicht in Worte formen lassen.

Seit ein paar Tagen ist die Kollegin nun ohne Krücken unterwegs und es sieht so aus, als würde ich bald wieder mehr Zeit zum Schreiben haben. Als schnell ein Stück Holz, auf das ich draufklopfen kann, denn: Erstens kommt es anders …

Endspurt

Bereits im vergangenen Jahr habe ich mir beim Lernen der Theorie für meine Qigonglehrerausbildung mit allerlei Tricks beholfen. Das ist auch in diesem Jahr, beim Büffeln für die Abschlussprüfung, nicht anders, denn ich muss gestehen, es fällt mir nicht leicht, den Stoff zu behalten. Also müssen Eselsbrücken her.

Und was würde sich da besser eignen als Verbindungen mit dem in Arbeit befindlichen Roman herzustellen. Das Schreiben der Rohfassung muss aus Zeitgründen noch warten, aber das Plotten und die Figurenentwicklung lassen sich gut mit dem Lernen kombinieren.

Es wird in Schreibratgebern geraten, mit den Figuren Interviews zu führen, um ihnen mehr Leben einzuhauchen, aber warum sie nicht mal aus der Sicht der 5 Elemente betrachten?

Nehmen wir Tanja, die Hauptfigur meiner ‚Spiegelzauber‘-Trilogie, an deren finalem Teil ich gerade arbeite. Wenn ich mir die Tabelle mit den Gefühlen, die den jeweiligen Elementen zugeordnet werden, ansehe, dann gehört sie eindeutig zum Element Feuer. Ihr Wesen ist von Offenherzigkeit, Mitgefühl und Respekt geprägt. Auf Belastungen reagiert sie mit Unruhe und Hektik bis zur Hysterie. Passt genau zu den Eigenschaften, die unter zu viel Yang im Feuer beschrieben werden.

Soweit zur ursprünglichen Tanja, die brave Sekretärin, die im 1. Teil von Spiegelzauber nicht nur in eine fremde Welt, sondern auch noch in einen fremden Körper, den einer Saraud, einer gedungenen Meuchelmörderin, versetzt wird. Die Saraud hat jedoch eine Anzahl von Eigenschaften im Körper hinterlassen. Auch hier wurde ich in der Tabelle fündig. Diesmal beim Holz. Aggression und Zorn entdeckte ich unter zu viel Yang ebenso wie Impulsivität.

Tanja hat diese Eigenschaften (das war mir beim Schreiben des 2. Bandes gar nicht bewusst) zu einem großen Teil in ihren harmonischen Aspekt umgewandelt. Sie ist ausgesprochen kreativ im Umgang mit Magie, spontan, wenn es angezeigt ist, zeigt kindliche Neugierde magischen Objekten gegenüber und wartet geduldig den richtigen Moment ab (auch wenn ihr das nicht immer leicht fällt).

Wo soll es nun im 3. Band hingehen? Ich könnte mich zum Beispiel am Andreaskreuz orientieren. Schließlich heißt es in unserem Lehrbuch, es ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, den menschlichen Lebensweg ganzheitlich zu sehen und zu begreifen. Das sollte auch bei fiktiven Menschen funktionieren.

Also habe ich mir diese Art die 5 Elemente darzustellen einmal genauer angesehen. Die Achse Wasser – Feuer repräsentiert das Ziel und den Weg dorthin, die Achse Holz-Metall wiederum steht für die Mittel und Werkzeuge, die eingesetzt werden können.

Also zunächst einmal das Ziel festlegen. In Band 3 ist das Leben von Mazemadaran bedroht und damit auch Tanjas Fähigkeit Magie zu wirken, da sie ihre Kraft von ihm bezieht. Zunächst bedarf es einer kräftigen Ladung Kreativität (Holz) um alles für eine Rettungsaktion ins Rollen zu bringen. Nicht umsonst steht das Holz für den Beginn. Aber alleine hat Tanja keine Chance, sie muss mit ihren Freunden kommunizieren (Metall). Die Regeneration (Erde) kommt bei Tanja regelmäßig zu kurz. Trotzdem schafft sie es durch die Zusammenarbeit mit ihren Freunden (Feuer – zentrales Thema: Vom ich zum wir) … nun, was schafft sie? Ich kann doch hier nicht das Ende des Buches verraten, noch bevor es geschrieben ist! Aber soviel ist klar: Nur ein Element ist noch übrig: Wasser.

Im Wasser sitzt die Angst vor dem Tod. Im Wasser heißt es aber auch stirb und werde und als genereller Lösungsansatz im Wasser gilt: „Fürchte dich nicht, lächle deiner Angst zu.“ Ob Tanja es schafft, ihrer Angst zuzulächeln und ob es ihr gelingt Mazemadran zu retten, verrate ich im Dezember diesen Jahres im 3. Band von ‚Spiegelzauber‘.

Meine Katze und andere Tiere

So ein Reitstall ist ein vielbevölkerter Ort, daher hat meine Katze auch jede Menge Mitbewohner, die sie ertragen muss. Ja, ertragen! Denn meine Katze ist der Ansicht, dass ihr die ganze Reitanlage gehört und alle anderen Anwesenden werden mehr oder weniger gnädig geduldet.

Ich glaube, am liebsten sind ihr die Mäuse gefolgt von den Vögeln, denn die eignen sich bestens zur Katzenalleinunterhaltung. Man kann sie beobachten, jagen, mit ihnen spielen, sie töten und fressen. Zum Glück für die kleinen Tierchen neigt meine Katze eher dazu, zuerst zu töten und dann zu spielen und zu meinem Glück ist sie inzwischen dazu übergegangen, sie zu fressen, ohne sie mir zuvor zu zeigen. Dadurch sind dem Reitclub auch weitere Blutflecke auf den Tagesberichten erspart geblieben, denn in den ersten Jahren ist sie einfach mitsamt ihrer Beute auf den Schreibtisch gesprungen und hat mir das tote Tier direkt auf den Kugelschreiber gelegt, wenn ich ihr nicht schnell genug Beachtung geschenkt und sie als tolle Jägerin bestätigt habe.

Die Pferde sind ein Übel, das meine Katze hinnimmt. Da meine Katze lernfähig ist und eingesehen hat, dass sechshundert Kilo Pferd sich von drei Kilo Katze nicht beeindrucken lassen, egal wie wild sie faucht, weicht sie ihnen nun aus. Allerdings nur wenn es absolut unumgänglich ist. Stets wartet sie bis zum letzten Augenblick und gelegentlich auch ein bisschen länger. Das hat ihr schonmal einen Knickschwanz eingebracht, weil ihr Schwanz unter dem Pferdehuf gelandet ist. Zum Glück hat sich der Schwanz erholt und sie kann ihn wieder vollständig aufstellen.

Ein Übel, das sie nicht hinnimmt, sondern bei jeder sich bietenden Gelegenheit bekämpft ist die schwarz-weiße Katze von meinem Chef. Die beiden Damen geraten sich regelmäßig in die Wolle und dann wird wild gekreischt und es fliegen die Fetzen. Gott sei Dank sind die zwei Zicken mit den Jahren etwas ruhiger geworden und die Tierarztbesuche damit seltener. Inzwischen kommt es auch immer häufiger vor, dass sie sich einfach aus dem Weg gehen.

Hunde werden nach einer Erstuntersuchung, die darin besteht, dass meine Katze einfach sitzen bleibt und dem sich in Reichweite begebenden Hund mal kräftig auf die Nase klopft, in zwei Kategorien eingeteilt: Akzeptabel und inakzeptabel. Erstere Kategorie wird einfach ignoriert, zweitere wird attackiert. Einmal hat diese Taktik meine Katze beinahe das Leben gekostet, ein anderes Mal hat sie mit einem gerissenen Kreuzband im Knie bezahlt. Trotzdem besteht sie weiterhin darauf, jeden Hund zuerst einmal zu testen.

Das Büro des Reitclubs hat meine Katze zur hundefreien Zone erklärt, zumindest bis Paula kam. Paula ist einfach nur lieb und tut keiner Fliege was zuleide, zudem ist sie jedoch auch schrecklich verfressen. Nach einem Erstzusammenstoß mit meiner Katze, den Paula schockiert aber unverletzt überstanden hat, wurde Paula immer wieder von der Futterschüssel meiner Katze angelockt. Zuerst habe ich mich noch gewundert, seit wann meine Katze ihren Napf so sauber ausleckt, bis ich dann eines Tages im Büro saß, meine Katze schlafend am Sessel neben mir, und Paula ins Büro kam.

Normalerweise ist meine Katze bei unerlaubtem Betreten sofort hellwach und verteidigt ihr Revier mit ausgefahrenen Krallen. Diesmal jedoch öffnete sie nur träge ein Auge und beobachtete Paula seelenruhig, wie sie zur Futterschüssel ging und sie blitzblank leckte. Ich glaube meine Katze hat jetzt für Paula eine eigene Kategorie. Nun ja, es gibt eben Hunde und es gibt Paula.

Ich wollte auch schon immer mal einen Roman schreiben

Gibt man sich als Autor zu erkennen, wird man häufig mit Noch-Nicht-Autoren konfrontiert, die ihre Ideen wortreich ausbreiten. Doch auch wenn diejenigen Menschen, deren Innenleben nicht von unablässig hochquellenden Geschichten erfüllt ist, sich gar nicht vorstellen können, wo Autoren ihre ganzen Ideen hernehmen, ist die Idee nur die Basis. Es heißt nicht umsonst: Zehn Prozent Inspiration und neunzig Prozent Transpiration, also harte Arbeit.

Ich selbst vergleiche diesen Prozess gerne mit der Erziehung eines Hundes. Zuerst ist da die Idee, also der süße Welpe, den man einfach nur Knuddeln möchte. Um aus diesem Welpen einen wohlerzogenen Hund zu machen, braucht man eine Menge Zeit, Energie und auch Wissen. Beim Schreiben ist es nicht anders.

Genauso wie Menschen unterschiedliche Beziehungen zu ihren Haustieren haben, gibt es auch verschiedene Herangehensweisen an Texte. George R. Martin unterteilt Autoren ganz grob in Architekten und Gärtner. Die Architekten planen zuerst mal. Da wird die Welt entworfen, die Kapitel strukturiert, ein Szenenplan erstellt … Die Gärtner lassen den Samen, also die Idee, zuerst einmal wachsen und beschneiden, also bearbeiten das Ganze im Nachhinein.

Ich bin definitiv ein Gärtnertyp. Meine Herangehensweise an eine Geschichte ähnelt der von Stephen King, wie er sie in seinem Buch über das Schreiben schildert. Ich habe wohl schon mal einen groben Szenenplan im Kopf, wenn ich zu schreiben beginne, würde ich mich jedoch zwingen, diesen zuerst auszuarbeiten, verlöre ich den Spaß an der Geschichte. Nein, ich muss drauf los schreiben, ohne Rücksicht auf Lektoratsansprüche eine Rohfassung entstehen lassen. Dann wird gefeilt.

Das heißt schon mal mindestens zweimal überarbeiten, bevor den Text irgendjemand anderer liest (einmal in Bezug auf Inhalt und dann noch in Bezug auf Rechtschreibung und Tippfehler, wobei ich beim zweiten Mal meist laut lese, um mehr Fehlerchen zu entdecken).

Andersherum ginge es vielleicht schneller, aber dann verlöre ich ehrlichgesagt die Lust am Schreiben. Es macht mir einfach unglaubliche Freude, die Geschichte zuerst einmal wild wuchern zu lassen. Anfangs war das Überarbeiten eher Überwindung (ich hatte wohl ebensolche Hemmungen, meinem Text Grenzen zu setzen, wie manche Hundebesitzer, mal streng zu ihrem Liebling zu sein), inzwischen macht es mir jedoch genauso viel Spaß wie das Schreiben der Rohfassung. Vielleicht weil ich oft genug erlebt habe, wie sich der Text durch das Überarbeiten verbessert, die Geschichte spannender wird (ist schon cool, wenn man seinen Hund ruft, um er kommt tatsächlich –  nur um bei diesem Vergleich zu bleiben).

Die nächste Herausforderung, wenn man veröffentlichen möchte: Man muss sich der Kritik am heißgeliebten eigenen Text stellen. Welch glückliche Momente, wenn der Lektor oder die Lektorin nicht viel zu meckern hat und das vielleicht auch noch lobend in der Begleitemail erwähnt. Umso niederschmetternder, wenn das Urteil weniger positiv ausfällt. Aber auch damit muss man leben und kann nur besser werden, wenn man sich mit eventuellen Kritikpunkten auseinander setzt.

Um jedoch überhaupt soweit zu kommen, um Texte zu haben, die beurteilt werden können, um herauszufinden welcher Typ Autor man ist, muss man zuerst einmal schreiben. Um zu lernen, wie ich einen Hund richtig erziehe, reicht es schließlich auch nicht, niedliche Welpen zu knuddeln. Vielleicht die verschiedenen Techniken bei kürzeren Texten ausprobieren. Vielleicht auch die eine oder andere Kurzgeschichte zu einem Wettbewerb einschicken. Wird man angenommen, motiviert der Erfolg zum Weiterschreiben und die Zusammenarbeit mit dem Lektorat eröffnet einen neuen Blick auf den eigenen Text.

Außerdem macht das Niederschreiben der Ideen den Kopf frei. Geht zumindest mir so. Wenn ich nicht schreibe, sind es immer wieder dieselben Ideen, die sich im Kreis drehen wie ein Karussell. Banne ich sie auf Papier oder in den Computer, schaffe ich Platz für Neues.

Wer also eine Geschichte in sich trägt, sollte nicht sagen: „Ich wollte schon immer mal einen Roman schreiben“, sondern: „Ich schreibe einen Roman“. Schließlich heißt es nicht umsonst: ‚Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.‘

Casper Teil 3

Wer jemals ein Pferd korrigiert hat, weiß, dass damit häufig mehr Aufwand sowohl an Energie als auch an Zeit verbunden ist, als ein Pferd von Grund auf korrekt auszubilden. Ich muss mir das immer wieder vor Augen halten, wenn Casper wieder mal in alte Verhaltensweisen zurückfällt und ich von vorne anfangen muss.

Er lässt sich sehr leicht von anderen Pferden beeinflussen. Das stellt immer wieder eine Herausforderung an meine Zeiteinteilung dar, denn ich versuche möglichst neben ruhigen, gelassenen Pferden zu reiten. Dann lässt sich auch Casper nicht so schnell durch Außenreize aus der Ruhe bringen, auch wenn er sich immer noch vor Traktoren, LKWs und anderen großen Maschinen fürchtet.

Befindet sich jedoch ein unruhiges Pferd mit uns in der Bahn, ist es vorbei mit seiner Konzentration. Teilweise ist er dann nicht mehr kontrollierbar, rennt einfach los und wird wieder zu dem steifen Brett, dass er anfangs war. Das hat auch schon dazu geführt, dass ich abgestiegen bin und ihn vom Boden aus weitergearbeitet habe. Durch die viele vorbereitende Bodenarbeit kann ich ihn zu Fuß besser kontrollieren und bekomme ihn schneller wieder locker. Das schont auch meinen Rücken, denn Casper macht in punkto Hakenschlagen jedem Kaninchen Konkurrenz. So ein kräftiger Ruck zur Seite führt dann schon gelegentlich dazu, dass sich mein Iliosakralgelenk schmerzhaft meldet.

Das ist neben dem derzeit rutschigen Boden mit ein Grund, warum ich mit Casper häufig spazieren gehe. Schließlich will ich ihn mit möglichst vielen Außenreizen konfrontieren, ohne mich, ihn oder irgendwelche Passanten zu gefährden.

Auch wenn er allmählich lernt, sich trotz seines schmalen Körperbaus immer besser auszubalancieren, macht auch ihm die Bodenarbeit mehr Spaß als das Reiten. Um ehrlich zu sein, denke ich, er wollte eigentlich Zirkuspferd werden. Bei der Freiarbeit ist er begeistert dabei und würde auch Tricks ausgesprochen schnell lernen. Ich wage jedoch nicht, ihm allzu viel beizubringen, da er gewisse Kenntnisse im Unterricht gegen die Schüler verwenden könnte. Ich traue ihm durchaus zu, dass er sich mitten unter der Reitstunde einfach hinlegen würde, wenn er keine Lust mehr hat, um dann für das schöne Ablegen auch noch ein Leckerlie zu erwarten.

Tja, er hat wohl den falschen Job erwischt und ich werde wieder mal aus einer Not eine Tugend machen und mich mit seiner Hilfe noch tiefer in die Möglichkeiten und Chancen der Bodenarbeit und des Gymnastizierens vom Boden aus einarbeiten. Sobald der Schnee verschwunden ist und sich nicht mehr alle Reiter in der Halle drängen, werden wieder vermehrt Stangen, Planen, Flatterbänder und ähnliches Spielzeug zum Einsatz kommen. Wie heißt es so schön: Jedes Hindernis birgt die Chance in sich, weiter zu lernen und zu wachsen.

Hast du mal wieder was geschrieben?

Eine häufige Frage jener Menschen, die mich nur gelegentlich treffen und meine Aktivitäten auch nicht via Social Media verfolgen. Sie staunen dann nicht selten über meine Veröffentlichungen seit unserer letzten Begegnung.

Aber auch wenn ich gerade nichts veröffentlicht habe, ja selbst wenn ich gerade gar nicht schreibe, schreibe ich. Wahrscheinlich kennen das andere notorische Schreiberlinge ebenfalls, diesen abgespalten kleinen Teil im Gehirn, der stets alles mit dem Schreiben in Beziehung setzt. Da wird beim Betrachten einer schönen Landschaft bereits überlegt, welche Worte ihr am ehesten gerecht würden. Gespräche werden abgespeichert und auf eventuelle Verwendbarkeit einzelnen Redewendungen geprüft. Der Wissenschaftsbeitrag im Fernsehen löst Überlegungen aus, wie er sich in den nächsten Roman einbauen ließe oder wenigstens in eine Kurzgeschichte und beim Lesen wird auch noch der innere Lektor aktiv.

Zum Glück schaffe ich es inzwischen, letzteren selbständig arbeiten zu lassen, sodass die Hauptpersönlichkeit die Geschichte genießen kann. Eine Zeitlang war das Lesen eines Romans mehr Herausforderung als Spaß.

Vor dem eigentlichen Tippen braucht man natürlich zumindest das Grundgerüst einer Geschichte, den Plot. Dieses Grundgerüst zu entwerfen nennt man plotten und wie viele andere Schreiberlinge liebe ich es zu plotten. Kaum ist der Kopf mal nicht voll beansprucht, dann wird an einer Geschichte herumgesponnen.

Gelegentlich spiegeln sich diese inneren Vorgänge in meiner Gesichtsmimik, was schon dazu geführt hat, dass andere Reiter dachte, ich hätte einen Fehler bei ihnen entdeckt. So ist mir schon passiert, dass ich nichtsahnend mein Pferd mit langen Zügeln trocken geritten habe, geistig jedoch bereits dabei war, dem Bösewicht in meiner Geschichte den Garaus zu machen, nur um unvermutet von einer Stimme aus meinen Gedanken gerissen zu werden. „Der Galoppwechsel war total schlecht – oder?“ Ich (irritiert): „Keine Ahnung. Wieso?“ „Du hast so böse geschaut.“

Mein Gesichtsausdruck hängt natürlich vom Inhalt des jeweiligen Kapitels ab. Fällt mir etwas Witziges oder besonders Gemeines ein, dann legt sich ein Grinsen über mein Gesicht. Auch das kann zu Irrtümern führen. So kam einmal eine Reiterkollegin zu mir in die Box als ich gerade beim Ausmisten war, sah mich prüfend von der Seite her an und meinte: „Du schaust voi eigracht aus.“ (Übersetzung: „Du siehst total zugedröhnt aus.“).

Ich mag vielleicht so aussehen, aber ich bin es nicht. Zum Entwickeln schräger Geschichten habe ich bisher noch nie psychoaktive Substanzen benötigt. Ich bin auch nüchtern bereits verrückt genug. Inzwischen hat man sich im Stall daran gewöhnt, dass mein Gesichtsausdruck nicht zwangsweise mit dem aktuellen Geschehen zu tun haben muss.

Die Leute, die mich regelmäßig treffen, wagen kaum noch, mich nach meiner Schreibe zu fragen. Sie wissen, dass sie dann einen mindestens viertelstündigen Vortrag über den Stand des aktuellen Kapitels über sich ergehen lassen müssen. Und die Antwort auf die Frage, ob ich wieder mal was geschrieben habe, kennen sie sowieso, denn die lautet immer ja. Schließlich schreibe ich ständig. Selbst wenn ich nicht schreibe.

Meine Katze und die Heizung

Meine Katze habe ich in früheren Blogbeiträgen bereits vorgestellt. Sie wohnt immer noch auf der Reitanlage, ist dort hauptberuflich als Mäusejägerin tätig, unterstützt mich jedoch auch bei meiner Arbeit, begleitet mich zu den Reitstunden und auf die Pferdekoppeln, setzt sich auf den Quittungsblock wenn ich schreiben möchte, klettert in die Kassa wenn ich Wechselgeld brauche und bedient die Rechenmaschine. Leider hat mir niemand die fünf Millionen bezahlt, die sie ausgerechnet hat.

Mit zunehmendem Alter hat sie jedoch, besonders in der kalten Jahreszeit, die Vorzüge des Heizkörpers im Büro schätzen gelernt. Wenn es draußen stürmt und schneit, schenkt sie mir einen mitleidigen Blick, wenn ich mich auf den Weg in die kalte Reithalle mache und macht es sich auf der Heizung bequem.

Fasziniert von den unterschiedlichsten Verrenkungen, in den meine Katze eine je nach Wunsch größere oder kleinere Oberfläche auf der heißen Oberfläche platziert, bin ich regelmäßig der Versuchung erlegen, sie zu fotografieren. Sie lässt es mehr oder weniger gelassen über sich entgegen. Wenn es ihr zu bunt wird, reckt sie mir einfach ihren Po entgegen.

Mäuse werden an kalten Tagen im Schnellverfahren erlegt, damit der warme Heizungsplatz möglichst kurz verlassen werden muss. Obwohl ich gestehen muss, dass ihre Jagdambitionen mit zunehmendem Alter schwinden. Da ist es mir doch tatsächlich passiert, dass auf eine entsprechende Aufforderung hin („Was ist los? Mausi jagen gehen!“) der Heizungsplatz zwar umgehend verlassen wurde, jedoch nur um direkt neben der Futterschüssel Aufstellung zu nehmen und mich erwartungsvoll anzusehen.

Den Mäusen wird es recht sein, wenn die Katze zwar nicht aus dem Haus ist, aber immerhin bequem auf der Heizung liegt. Allzusehr sollten sie sich jedoch nicht freuen. An den warmen Tagen erwachen die Lebensgeister meiner Katze und sie geht wieder auf die Jagd. Manchmal zum Entsetzen meiner Reitschülerinnen. So wurde einmal das Erscheinen meiner Katze mit einer Maus im Maul mit einem entrüsteten: „Sie ist voll die Mörderin!“, quittiert. Ich meinte darauf nur: „Das ist ihr Job.“ Daraufhin nachdenkliches Schweigen, dann das Aufleuchten einer Erkenntnis in den Augen der Mädels: „Sie ist eine Auftragskillerin!“