Namibia – Die Lodge

Als wir endlich durch das Haupttor bogen, begrüßte uns ein Nilpferd unter Palmen.

Es war die erste von vielen Tierfiguren, mit denen die Lodge liebevoll dekoriert ist.

                         

Die Bäume, in denen die Nester der Webervögel wie riesige Früchte hingen, der Pool, hinter dem, nur durch ein Mäuerchen abgegrenzt, man den Busch sehen konnte., die orangegelb gestrichenen Gebäude mit den Grasdächern, die Wände sowohl außen als auch in den Gebäuden mit ausgestopften Tieren, geschnitzten Masken und Gemälden geschmückt.

          

Gegessen wird gemeinsam an ein bis zwei großen Tischen, die stets liebevoll und häufig unter Verwendung von Pflanzen aus der Umgebung dekoriert sind. Und auch das Essen auf Kambaku selbst ist definitiv ein eigenes Kapitel wert.

                            

Am Pool unter Palmen liegend blutige Vampirgeschichten zu schreiben, habe ich schon in Spanien genossen, und das war auch hier in Namibia nicht anders. Nebenbei Vögel beobachten zu können habe ich als Extragoodie empfunden. Gelegentlich kam einer der Käfer mit lautem Gebrumm vorbei oder Schmetterlinge flatterten vor meiner Nase herum.

        

Auch Eidechsen, deren graubraune Rückseite mit dem Holz regelrecht verschmolz, trieben sich im Garten herum. Erst wenn sie den Kopf hoben wurde die goldgelbe Kehle sichtbar und in den Dachsparren unter dem Grasdach hatte sich eine Fledermaus versteckt.

     

Große Nachtfalter mit einer Vorliebe für Süßes umflattern die Tische. Da sie am allerliebsten Wein mögen, nennt man sie auch Weintrinker. Deshalb bekommt man für die Weingläser stets kleine Netze, deren Ränder mit Plastikperlen bestickt – und damit beschwert – sind, um zu verhindern, dass die Motten im Wein baden gehen.

     

Eine ausführlichere Beschreibung gibt es in meinem in Kürze erscheinenden Reisebericht: ‚Bettinasreiterreisen – Namibia‘. Er wird auf Amazon erhältlich sein.

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Piaffe, Passage und Traversalen

Wie ich zu den Valencas nach Portugal gekommen bin, habe ich bereits in meinem letzten Blogbeitrag geschildert und nun sollt ihr erfahren, wie es mir bei meinem Aufenthalt ergangen ist:

Die Valencas haben ziemlich viel Vertrauen in ihre Gäste. Das habe ich schon am ersten Tag festgestellt, als ich alleine mit dem weißen Hengst Tenor zur großen Reithalle geschickt wurde. Tenor hatte jedoch weniger Vertrauen zu mir und als ein Pferd an ihm vorbeigeführt wurde, wollte er lieber diesem hinterher, statt mit mir im Sattel zur Halle zu gehen.

Ich kannte das Pferd nicht, wusste nicht, wie es reagieren würde, sollte ich mal mit meinen Hilfen deutlicher werden, also habe ich mich zunächst mal nicht mit ihm angelegt, sondern nach jemandem Ausschau gehalten, der mit dem Pferd vertraut war. Habe ich auch gefunden und wenig später war ich dann mit dem Pferd in der Halle und habe erstmal für mich alleine ein wenig Schulterherein geübt.

Wenig später kam Ines Valenca, fragte mich auf Englisch ob ich wisse, was Schulterherein und Kruppeherein wären und dann ging es auch schon los. Ich war ehrlichgesagt auf eine Kennenlernstunde gefasst, dachte ich würde erstmal ausgetestet werden und vielleicht gegen Ende der Woche mal höhere Lektionen reiten dürfen. Da wurde ich in meiner ersten Reitstunde schon eines Besseren belehrt. Nachdem die einzelnen fliegenden Wechsel ganz gut klappten (sie waren mit Tenor wirklich nicht schwer zu reiten), ging es gleich weiter zu Serienwechseln. Als ob das noch nicht genug wäre, dann eine Zickzacktraversale im Galopp mit fliegendem Wechsel und als Abschluss ein wenig Passage.

Meine erste Passage! Meine Begeisterung können wahrscheinlich nur Dressurreiter nachvollziehen. Ich war einfach hin und weg, dass die Lektion, von der ich zwar wusste, wie sie aussehen soll und wie sie theoretisch geritten wird, auf Anhieb klappte. Was mit Sicherheit dem Pferd geschuldet ist.

Was sich schon richtig toll anfühlte, stellte sich jedoch auf den Videos als reichlich mäßig heraus. Na ja, wäre auch ein Wunder, wenn ich bei meinen ersten Versuchen, die Lektionen in der gleichen Qualität reiten könnte, wie die Leute, die sie schon jahrelang üben.

Apropos Video. Auf meine Bitte hin wurde ich bei fast jeder Reitstunde gefilmt. Es war zwar zum Teil schmerzhaft, meine Fehler zu sehen (wie es einem eben häufig geht, wenn man sich selbst am Video sieht), aber auch sehr hilfreich. Oft genug hatte ich bei Sitzkorrekturen das Gefühl, mache ich doch eh und am Video konnte ich dann sehen, wie sehr mich mein Gefühl täuschte.

Da ich weiß, wie ich sitzen soll und wie das Pferd gehen soll, half mir die abendliche Videoanalyse im Hotel, um jeden Tag besser zu reiten. Dass ich fünf verschiedene Pferde zum Reiten bekam, war einerseits eine Herausforderung, weil ich mich auf jedes Pferd wieder neu einstellen musste, andererseits konnte ich dadurch jedoch besonders viel lernen.

Es hat mich jeden Tag wieder erstaunt, wie viel ich reiten durfte. Ich selbst hätte mich zur Schonung der Pferde keine Übergänge Piaffe – Passage – Mitteltrab üben lassen. Am Video sieht man immer wieder die Taktfehler, wenn ich das Pferd gestört habe. Umso dankbarer bin ich dafür, dass ich es tun durfte. Es war eine tolle Erfahrung und ich habe unglaublich viel für mich mitnehmen können. Auch die Übungen aus der Working Equitation waren eine echte Herausforderung und ein Ansporn, mit dem eigenen Pferd konsequenter zu üben.

Mein Pferdchen kann zwar keine Piaffe und keine Passage und die Serienwechsel klappen auch noch nicht so wie ich mir das vorstelle, aber auch auf meiner neunzehnjährigen Dame kann ich meinen Sitz und meine Einwirkung weiter verbessern, damit ich die Lektionen besser reiten kann, wenn ich wieder nach Portugal fliege. Denn eines ist gewiss: Ich war nicht das letzte Mal bei den Valencas!

Durch Instagramm nach Portugal

Man sollte nicht glauben, wozu Social Media gut sein können. Vor Jahren schon, bei Besuchen der Apassionata, habe ich die Truppe von Luis Valenca bewundert, die nicht nur jedes Mal eine tolle Show abgeliefert, sondern auch sehr schönes Reiten mit korrekten Lektionen gezeigt hat. Also für mich als passionierte Dressurreiterin ein doppelter Genuss.

Jahrelang habe ich davon geträumt, auch mal solche Pferde reiten zu können. Mit meinen selbst ausgebildeten Pferden habe ich zwar auch einiges erreicht, so bin ich unter anderem bis zur Klasse LM erfolgreich Turniere gestartet, aber wer je versucht hat, mit dem Pferd gemeinsam zu lernen, weiß, dass alles deutlich länger dauert, wenn nicht wenigstens einer der Partner weiß, was Sache ist. Und so bin ich nie zu den Lektionen der höheren Klassen vorgedrungen.

Unter anderem wegen meinen Rückenproblemen habe ich den Turniersport aufgegeben, mich mehr meinen Büchern und später auch dem Reisen gewidmet. Für die Bücher habe ich mich mit den verschiedenen Social Media beschäftigt. Und obwohl ich mich auch wegen meiner Bücher bei Instagramm angemeldet habe, hat es sich doch so ergeben, dass ich dort vor allem Pferdebilder ich poste und Pferdeleuten folge. Über die Seite von Ben Atkinson von Atkinson Actionhorses bin ich auf die Seite von Steve Paulsen gestoßen, er unter dem Namen steves_ steeds auf Instagramm postet. Im Oktober vergangenen Jahres sah ich voller Neid seine Bilder von seinem Aufenthalt bei den Valencas in Vila Franca de Xira. Unter den Bildern der Link zur Seite von Valenca Classical Riding. Das habe ich mir dann genauer angesehen und mein Erstaunen war groß, als ich sah, dass die Valencas eine Reitschule haben!

Ich musste nicht lange überlegen. Zwei Tage später habe ich eine Email an die Valencas geschrieben und eine Woche später meinen Aufenthalt fix gebucht. Es war nicht ganz einfach, einen Termin zu finden, schließlich hatte ich bereits zwei Wochen Namibia geplant und Mitte März sollte das Reiterpasstraining losgehen. Danach würden mich Reitturnier, Schülergruppen und Touristensaison in Zell am See festhalten. Also habe ich mich für eine Woche einen Monat nach Namibia entschieden, auch warme Kleidung eingepackt (in Portugal kann es in den Wintermonaten auch mal regnen und recht frisch sein) und Betreuer für meine Pferde organisiert.

Am 9. März war es dann soweit. Der Flieger hat mich nach Lissabon gebracht, dort wurde ich vom Flughafen abgeholt und eine halbe Stunde später stand ich im Stall der Valencas. Überall Bilder von Altmeister Luis Valenca. Ganz groß die Tafel, auf der man lesen kann, dass die Valencas dieses Jahr bei der Cavalluna ihre Show zeigen und auch bei der in München stationierten Show Equila mit dabei sind. Zwischen den Gebäuden Beete mit Zierpflanzen. Der Geruch nach Pferd mischt sich mit dem Duft von Jasmin.

Da stand ich unter Palmen, die portugiesische Sonne schien auf mich herab und die Hengste beäugten mich neugierig von ihren Außenboxen aus. Auf welchem von ihnen würde ich am nächsten Tag reiten? Würde ich mich blamieren? Oder würde ich wenigstens eine halbwegs gute Figur machen? Die Antwort auf diese Fragen bekommt ihr in meinem nächsten Blogbeitrag.

 

Giraffen, Gnus und Regenbogen

Ich wollte den Winter abkürzen, ein kleines Stückchen Afrika kennenlernen, wilden Tieren zu Pferd näher kommen und dennoch nicht auf Komfort verzichten. Keine Rundreise, sondern lieber an einem einzigen Ort mein Urlaubserlebnis vertiefen. Nach einer ausführlichen Internetrecherche habe ich mich für Namibia entschieden und in Namibia wiederum für die Kambaku Lodge.

Nachdem ich am ersten Tag gleich meine Buschtaufe erhalten habe (bin beim Ausreiten in einen Regenguß gekommen) wurde ein Tag schöner als der andere. Ich habe alles bekommen, was ich wollte. Tolle Ausritte mit langen Galoppaden und wunderschönen Tierbegegnungen, viel Spaß bei Jeepsafari und Buschtraining. Bei den Ausflügen nach Etoscha und Waterberg habe ich dann noch ein bisschen mehr von Namibia gesehen. Ich habe viele nette Leute kennengelernt, viel zugehört, denn jeder hatte spannende Geschichten zu erzählen.

Während ich meine beiden aktuellen Romane ‚Seitenwechsel – Austrian Vampire World‘ und ‚Spiegelgene‘ überarbeitet habe, konnte ich den Webervögeln beim Nestbau zusehen. Aufgrund meines Hauptberufs – Reitlehrerin – war ich auch neugierig, wie sich die Schulpferde am Reitplatz machen, habe mein Bestgiraffenfotografierpferdchen Bontine auch im Viereck ausprobiert und war positiv überrascht.

Es war nicht ganz so heiß, wie ich gedacht hatte, aber dafür gab es tolle Gewitterstimmungen und riesige Regenbögen. Nie hätte ich gedacht so oft und so nah an die Giraffen heran zu kommen. Doch die Pferde machten es möglich. Aber nicht nur die großen Tiere hatten es mir angetan. Ich war auch fasziniert von den unzähligen Schmetterlingen und den riesigen Käfern.

An meinem Geburtstag hat mir Afrika ein besonderes Geschenk gemacht, indem es einen extragroßen doppelten Regenbogen über eine Herde Gnus und drei Giraffen spannte und die Farben ganz besonders leuchten ließ. An meinem letzten Tag durfte ich dann noch mit einer ganzen Gruppe von Giraffen mitreiten, als wäre ich mit meinem Pferd Teil dieser kleinen Herde. Ein unglaubliches Erlebnis! Beinahe war es, als wollte mir das Land den Abschied besonders schwer machen.

Jetzt bin ich wieder zu Hause und schreibe an meinem Reisebericht. Jeden Tag kommen neue Erinnerungen hoch, wieder und wieder sehe ich mir meine Fotos an. Etliche gibt es bereits auf meiner neuen Facebookseite @Bettinasreiterreisen zu sehen. Meinen Bericht möchte ich auch als Ebook und als Print veröffentlichen. Einerseits weil ich einfach gerne von meinen Reisen erzähle und andererseits, weil  ich hoffe, dass mein Büchlein gefällt und der eine oder andere Euro in der Reisekassa landet – damit ich irgendwann zurückkehren kann zu … Giraffen, Gnus und Regenbogen.

 

Tuat scho no …

Ich bin der Typ Mensch, der versucht alles möglichst lange zu verwenden, schließlich produzieren wir schon mehr als genug Müll. So kam es auch, dass ich meine Reise nach Namibia mit meinem alten Koffer, den ich noch von meinen Eltern geerbt hatte, antrat. Bereits in den Wochen vor der Reise, spukte jedoch der Gedanke in meinem Hinterkopf herum, dass dieser Koffer seine besten Tage bereits hinter sich hatte, aber müde vom vielen Schneeschaufeln (warum muss ausgerechnet dieser Winter so schneereich sein), konnte ich mich nicht dazu aufraffen, einen neuen Koffer kaufen zu gehen.

Tuat scho no (auf gut Deutsch: ‚Geht schon noch) sagte ich mir also. Diese Reise übersteht er noch und für die nächste kaufe ich mir einen neuen. Als das Schloss aufging, dachte ich zuerst noch, ich hätte es nicht ordentlich zugemacht. Als es zum zweiten Mal aufging, wurde mir klar, dass es kaputt war und beim dritten Mal, fasste ich den Entschluss, am Flughafen einen von diesen Gurten zu kaufen, mit denen man den Koffer sichern kann.

Beim Umsteigen in München hatte ich einen Fußweg von beinahe fünfzehn Minuten. Mein Zug kam am äußersten Gleis an und ich musste mehr oder wenige auf die andere Seite des Bahnhofs. Voller Neid, beobachte ich die Reisenden mit den neuen vierrädrigen Koffern, die unbeschwert an mir vorbeizogen. Die Koffer liefen wie von selbst, ja beinahe schien es, als würden sie ihre Besitzer hinter sich herziehen. Richtiggehende Kofferferrari!

Mein Koffer hatte auch Räder, allerdings nur an der Schmalseite (Ja, er war wirklich alt) und ich hinkte schief hinter den anderen Reisenden her. Neid erfasste mich und dieser Neid nagte auch noch an mir, als ich in meinem Anschlusszug saß. Wozu tue ich mir das an?, fragte ich mich. Mein Rücken meckert eh immer wieder und ist mit ein Grund, warum ich regelmäßig in den Süden flüchte. Es wäre also auch aus Gründen der Gesundheit von Vorteil einen neuen Koffer zu kaufen. Für die nächste Reise hatte ich dies schließlich sowieso vor. Warum nicht gleich? Am Flughafen hatte ich schließlich Zeit genug. Geeicht durch Erfahrungen in Bezug auf die Pünktlichkeit der Bahn hatte ich einen Zug gewählt, der mich drei Stunden vor meinem Abflug zum Flughafen bringen würde und da diesmal mein Zug tatsächlich auf die Minute pünktlich war, konnte ich nun entspannt tun, was sonst bloß zusätzlichen Zeitaufwand und damit womöglich einen weiteren Aufschub bedeutet hätte. Gut möglich, dass ich auch bei meiner nächsten Reise noch einmal: ‚Tuat scho no‘ gesagt hätte. Vielleicht auch noch bei der übernächsten …

Nichts da! Rückengesundheit geht vor! Also gleich den Kofferladen am Frankfurter Flughafen angesteuert. Ich wusste auch ganz genau, was ich wollte. Einen von diesen Kofferferrari in einer auffälligen Farbe, damit ich ihn am Laufband der Gepäckausgabe meines Zielflughafens sofort entdecke. Rot wäre natürlich für einen Ferrari passend gewesen, Aber rot gab es in der von mir angestrebten Größe und Preisklasse nicht. Dafür entdeckte ich einen in grün. Nicht grasgrün, sondern ein so helles Türkisgrün, dass man es beinahe schon als Mintgrün bezeichnen konnte. Einen Koffer in der Farbe hatte ich noch nie gesehen. Den erkenne ich überall wieder! Also her damit!

Der Verkäufer beäugte meinen alten Koffer mit ausgeprägtem Misstrauen. „Die werden schon seit Jahren nicht mehr hergestellt“, sagte er. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er eigentlich hatte Jahrzehnte sagen wollen. Ein bisschen peinlich war mir das dann schon, also machte ich ein paar Scherze um die Situation zu überspielen. Wenig später gehörte der grüne Koffer mir. Versteckt hinter einem Regal packte ich um und verließ kurz darauf mit meinem nagelneuen Kofferferrari das Geschäft.

Und was soll ich sagen? Ein vollkommen neues Rollgefühl! Ich hatte so viel Spaß mit meinem neuen Koffer, dass ich es nicht über mich brachte, ihn sofort aufzugeben, obwohl der Schalter von Air Namibia schon zweieinhalb Stunden vor dem Abflug besetzt war. Nein, ich bin meinen Kofferferrari noch eine halbe Stunde auf dem Flughafen spazierengefahren, bevor ich mich dann doch dazu überwunden habe, mich von ihm zu trennen. Er war einfach zu groß, um als Handgepäck durchzugehen.

Casper Teil 4

Neben meinen Buchprojekten habe ich ja auch ein vierbeiniges Projekt über das ich bereits mehrfach berichtet habe. Jetzt ist es Zeit für ein Update. Unter anderem deshalb, weil klein Casper (er ist zwar für eine Huzulen groß aber gegen meine Warmblutstute ist er immer noch klein) in den letzten Wochen riesige Fortschritte gemacht hat. Zum einen ist er viel mutiger und gelassener geworden. Jetzt bin oft ich diejenige, die sich in Situationen anspannt, die ihn früher zum Durchgehen gebracht haben, und dann passiert … nichts. Das freut mich jedes Mal genauso, wie seine geschmeidigeren Bewegungen, die Leichtigkeit, mit er jetzt auch über einen längeren Zeitraum in korrekter Haltung läuft (ich muss gestehen, ich habe früher auch schon mal Fotos gepostet, auf denen er schick aussieht und die nichts von den 40 Minuten Schwerarbeit erkennen lassen, die es gebraucht hat, um ihn locker zu bekommen.  Jetzt setze ich mich drauf und wir legen los.) und die Selbstverständlichkeit, mit der er Lektionen absolviert, die ihm vor kurzem noch ausgesprochen schwer gefallen sind.

Für seine  Fortschritte gibt es mehrere Gründe. Zum einen geht ihm in manchen Dingen jetzt wirklich der Knopf auf, wie man so schön sagt. Er hat mehr Kraft und er weiß mit seinem Körper ganz anders umzugehen. Ich glaube, er entdeckt täglich neue Muskeln. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass ich die unterschiedlichsten Übungen mit ihm ausprobiere. Inspiriert werde ich dazu regelmäßig durch die Online Kurse von Dr. Thomas Ritter. Der Geraderichtungskurs, an dem ich  mich im Moment gerade beteilige, ist genau das, was Casper brauchen kann. Er war das schiefste Pferd, das ich jemals geritten bin. War wohlgemerkt, denn die Arbeit hat wirklich gefruchtet.

Einen weiteren Ansporn haben mir Fotos geliefert, die eine Reitschülerin von uns gemacht hat. Das ist jetzt einige Wochen her, er ging damals nichts besonders gut und ich war leicht erschüttert, als ich die Fotos sah.  Nein, zum Posten auf Instagramm waren diese Fotos mit Sicherheit nicht geeignet. Man will sich schließlich nicht blamieren. Warum waren sie trotzdem gut? Weil sie mich dazu angespornt haben, mich wieder regelmäßig von außen korrigieren zu lassen. Wer selbst schonmal versucht hat, ein Pferd zu korrigieren, der weiß vielleicht, wie schnell man dabei verrutscht, sich vom Pferd falsch hinsetzten lässt und es selbst oft gar nicht merkt.

Und ja, ich muss sagen, es hat sich ausgezahlt. Casper hat einen richtigen Entwicklungsschub gemacht. Und was mich ganz besonders freut: Er lässt sich jetzt auch von meinen fortgeschrittenen SchülerInnen gut nachreiten. Da habe ich auch als Trainerin dann ein breites Grinsen im Gesicht. Unter anderem, weil mir das auch die Chance verschafft, weiter mit ihm zu arbeiten. Denn da es eine Zeitlang danach ausgesehen hat, als würde Casper nur bei mir laufen und von den Reitschülern ihn kaum mal jemand freiwillig reiten, sollte er eigentlich verkauft werden. Aber jetzt sieht es doch danach aus, als könnte ich mir mit ihm endlich meinen lange gehegten Wunsch verwirklichen, ambitionierten ReitschülerInnen ein Pferd zur Verfügung stellen zu können, das Seitengänge beherrscht und sich korrekt biegen und stellen lässt. Und wer weiß, was er noch alles lernt.

Also Daumen drücken, dass unsere Geschichte eine lange und erfolgreiche wird. Ich werde auf jeden Fall berichten, wie es mit ihm weitergeht.

Meine Katze und der Winter

In jungen Jahren hatte meine Katze Spaß im Schnee und hat sich auch durch eisige Temperaturen nicht davon abhalten lassen, draußen herumzutoben. Mit den Jahren sind die auf der Heizung verbrachten Stunden mehr geworden. Das Wetter wird mittels eines Blicks durch das Fenster überprüft und nur wenn es mild genug erscheint, wagte meine Katze auch einen Schritt vor die Bürotür.

Damit ist sie erstmal in der Sattelkammer. Sind ihr die Temperaturen dort schon nicht genehm, dreht sie gleich wieder um. Manchmal galoppiert sie auch eine Runde in der Sattelkammer, um anschließend wieder ins geheizte Büro zu verlangen. Trifft sich das Personal zu einem stärkenden Kaffee, bleibt sie auch schonmal ein bisschen länger. Schließlich bieten diese Treffen die Möglichkeit, die eine oder andere Streicheleinheit zu ergattern. Mein Chef muss seine Tasse immer sehr schnell in Sicherheit bringen. Meine Katze ist stets bemüht, seinen Kaffee mittels engagiertem Schwanzeinsatz um eine paar Katzenhaare zu bereichern.

Am liebsten wäre meiner Katze jedoch, jemand würde ständig bei ihr im Büro bleiben. Alleine ist es langweilig und wenn diese schrecklichen Menschen, die einfach nicht wissen, wo die wahren Prioritäten des Lebens liegen, Pferde reiten oder Boxen ausmisten, dann muss sich die Katze eben anders beschäftigen.

Sehr beliebt ist die Papierrolle der Rechenmaschine. Kugelschreiber eigenen sich auch wunderbar dazu, im ganzen Büro herumgeschleudert zu werden. Sie hat auch schon das eine oder andere Loch in die Tagesberichte gebissen. Offensichtlich fühlt sie sich dazu berechtigt, nachdem sie das schwere Los auf sich genommen hat, die Ordner zu bewachen. Sie sorgt auch dafür, dass kein einziger Lieferschein verloren geht, indem sie sich auf den Stapel legt.

Sie unterstützt mich auch stets bei der Büroarbeit, indem sie sich auf den Quittungsblock setzt, am besten mit dem Popo direkt auf dem Kugelschreiber, und mit dem Schwanz dort herumwischt, wo ich schreiben muss. Ich wüsste sonst wirklich nicht, wo ich die Zahlen und Buchstaben hinsetzen soll. Normalerweise taucht sie innerhalb von Sekunden auf und platziert sich direkt vor mir auf dem Schreibtisch, um den Reitgästen klar zu machen, wer der wahre Chef im Stall ist.

Als ich eines Tages ohne pelzige Unterstützung die Quittung für die Reitstunden ausstellen musste, war ich total irritiert. Wo ist die Katze? Geht es ihr nicht gut? Oder ist sie doch nach draußen gegangen? Und das bei Minustemperaturen? Also habe ich mal vorsichtig nach der Katze gerufen. Ein Rascheln war die Antwort. Das Altpapier begann sich zu bewegen. In einem beinahe magischen Moment tauchten aus einem Sack mit den gesammelten Überresten aus Papier zwei Katzenohren auf. Wenig später hatte sich die ganze Katze hervor gearbeitet und sah mich mit einem leichten Vorwurf in den Augen an. Ich dummer Mensch hatte wieder einmal nicht begriffen, welch wichtige Aufgaben die Katze zu erledigen hat. Was hätten wir bloß getan, wenn sie das Altpapier nicht kontrolliert hätte?

Wenn jemand eine Reise tut …

… so kann er was erzählen.

Auch ich bin regelmäßig unterwegs aus den unterschiedlichsten Gründen und wenn ich nicht zwei Pferde hätte, die ich nur ungern allein lasse, wäre ich wohl noch viel mehr unterwegs.

Die Qigonglehrerausbildung und mittlerweile die Fortbildung – schließlich habe ich im Juni meine Lehrerausbildung erfolgreich abgeschlossen – führt mich regelmäßig nach Goldegg. Der Ort ist idyllisch gelegen und lädt zum Entdecken den umgebenden Bergewelt auch. Auch wenn ich der Seminare wegen immer nur für kleinere Wanderungen Zeit habe, genieße ich meinen ‚Auslauf‘ in der freien Natur. Besonders bei schönem Wetter zieht es mich stets nach draußen. Da kann das Seminar noch so interessant sein.

Schönes Wetter und ausreichend Möglichkeit draußen zu sein hatte ich beim Mustangmakeover in Aachen. Auf die Veranstaltung gestoßen bin ich durch Emilia Schlotterbeck, die ich 2017 bei meinem Aufenthalt in Spanien kennengelernt habe. Dieses Jahr hat sie selbst einen Mustang für das Makeover trainiert. Für mich war das Finale eine Möglichkeit, sie wiederzusehen, das CHIO Gelände in Aachen persönlich in Augenschein zu nehmen und unterschiedlichen Trainern bei der Arbeit zuzusehen. Nach drei Tagen war ich dann wirklich abgefüllt mit tollen Eindrücken und voller Ideen. Das Fotografieren war den Profis vorbehalten, deshalb habe ich wohl keine Bilder mit nach Hause gebracht, dafür aber einen schwarzen Mustang. Als ich den flauschigen Kerl entdeckte war es um  mich geschehen. Ich wusste einfach, ich musste ihn haben, und wenn es nur war um meinen Eltern einen Schrecken einzujagen. Ein drittes Pferd!!! Aber immerhin ausgesprochen anspruchslos in der Haltung. Braucht nicht einmal eine eigene Box. Es ist damit zufrieden, dass ich ihm eine Ecke meines Bettes überlassen habe.

Nach Spanien ging es auch wieder. Wenn ich die Straße zur Hacienda Buena Suerte hochfahre, dann ist es inzwischen ein bisschen wie nach Hause kommen. Immer wieder bekannte Gesichter, auch Emilia war zufällig wieder zur selben Zeit da (nein, wir hatten uns nicht verabredet), und sofort neue Bekanntschaften gemacht. Unter anderem eine nette Familie aus Österreich, die nur 45 Autominuten von mir entfernt wohnt. Bei unseren Gesprächen haben wir dann festgestellt, dass wir jede Menge gemeinsame Bekannte haben. Tja, die Pferdewelt ist klein. Das Wetter war auch wieder die reinste Therapie für mich. Wenn alle anderen schlapp am Boden liegen, weil ihnen viel zu heiß ist, dann laufe ich zu Höchstform auch. Nachdem Rocky, den ich in den vergangenen beiden Jahren geritten habe, bereits vergeben war, habe ich Neuerwerbung Mario ausprobiert. Wieder ein bisschen ein anderes Reitgefühl. Ja, neues Pferd, neue Herausforderung. Auch der Reitlehrer war neu. Alles ein bisschen anders. Aber so bleibt es spannend. Auch die Zeit am Pool war spannend. Schaffe ich es die Überarbeitung meines neuen Romans rechtzeitig abzuschließen?

 

 

Aber ja, zwei Tage vor Abgabetermin habe ich ihn eingereicht und auf meiner nächsten Reise, die mich wie schon so oft nach Dreieich geführt hat, habe ich dann auch meine Verlegerin getroffen. Phastastikfans muss man zu Dreieich nichts weiter erklären. Hier treffen sich Fans, Leser, Autoren, Verleger ( und die jeweiligen Innen) auf dem BuCon. Am Freitag habe ich mir noch einen Fachbesuchertag auf der Frankfurter Buchmesse gegönnt, um mich ausführlich über Selfpublishing zu informieren. Warum, werde ich in einem späteren Blogpost verraten. Und Samstag wie gesagt BuCon – die beste Gelegenheit mich mit anderen Fantasyfreunden zu treffen. Am Sonntag ging es dann nicht gleich wieder nach Hause, sondern zuerst mal in die Umgebung von Frankfurt und zwar in einen Pferdestall. Eine junge Dame, die schon viele Jahre zu mir nach Zell am See kommt, um auf unseren Schulpferden Unterricht zu nehmen, wollte gerne auch mal auf ihrer Reitbeteiligung im Heimatstall Unterricht haben. Und da ich sowieso in der Nähe war …

Die Reisen für nächstes Jahr sind auch schon wieder in Planung. Aber auch dazu wird noch nichts Näheres verraten. Aber es hat mit dem Selfpublishing zu tun. Soviel sei schonmal gesagt. Also lasst euch überraschen.

Meine Katze und Menschen

Anfangs dachte ich, meine Katze würde sich bei anderen Menschen gleich verhalten wie bei mir – nämlich erstaunlich duldsam und freundlich. Ich darf sie im Zustand höchster Erregung aus einer Gruppe Hunde herauspflücken und bekomme dennoch ihre Krallen nicht zu spüren. Stopfe ich sie in den ungeliebten Transportkorb, um sie zum Tierarzt zu bringen, murrt sie vielleicht mal ungehalten, aber niemals kommen ihre Krallen oder Zähne zum Einsatz. Streichle ich sie, verwandelt sie sich innerhalb kürzester Zeit in einen knochenlosen Fellhaufen.

Entsprechend erstaunt war ich, als immer wieder Beschwerden an mich herangetragen wurden, meine Katze würde kratzen oder beißen. Im Laufe der Zeit habe ich dann festgestellt, dass ihr nicht jeder Mensch genehm ist und wer dann die Katzensprache nicht versteht und das Streicheln sein lässt, wenn sie nicht mehr mag, dem zeigt sie eben mit deutlicheren Mitteln, dass sie ihre Ruhe will.

Manche Menschen sind den Signalen einer Katze gegenüber schrecklich blind. Als Extrembeispiel habe ich eine junge Familie erlebt, die wie viele andere auch, zu uns in den Stall kamen ‚Pferde schauen‘. Meine Katze ist neugierig und lässt auch jeden erstmal an sich ran, aber sie ist nicht begeistert, wenn sie von Fremden sofort hochgehoben wird. Schon gar nicht, wenn dies auch noch ungeschickt geschieht. Als sie der jungen Mutter durch Strampeln und Knurren ihren Unwillen kundtat, schien diese das gar nicht zu bemerkten, sondern machte zu meinem Entsetzen Anstalten, die sich wehrende Katze zum Kind in den Kinderwagen zu halten. Ich habe dann alles liegen und stehen lassen und bin losgerannt, um sowohl Katze als auch Kind zu retten.

Zum Glück haben beide die Episode unbeschadet überstanden. Auch sonst hat meine Katze nie größeren Schaden angerichtet, obwohl manche Menschen das Fauchen einer Katze erst recht dazu verleiten scheint, sie anzufassen. Dabei mag meine Katze erstaunlicherweise Trubel. Sie ist die einzige Katze, die ich bei Voltigierturnieren einsperren muss. Wer jemals auf einem Voltigierturnier war, weiß, welche Höhen der Lärmpegel manchmal erreicht. Klatschen ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Unzählige Kinder wuseln durcheinander. Dazwischen zuschauende Erwachsene, Pferde, der eine oder andere Hund. Es riecht nicht nur nach Pferden, sondern auch nach Haarspray und man muss darauf gefasst sein, eine Ladung Glitzer abzubekommen.

Aber das stört meine Katze alles nicht. Selbstbewusst drängt sie sich durch die Zuschauerreihen. Dass sie den Austragungszirkel nicht betreten soll, versteht sie überhaupt nicht, schließlich gehört die Reithalle eigentlich sowieso ihr, und zwei- und vierbeinige Benützer werden nur gutwillig geduldet. Auch sonst sind Menschenansammlungen eine willkommene Gelegenheit, mit hoch erhobenem Schwanz Präsenz zu zeigen. Meine Katze will eindeutig keine Zweifel daran aufkommen lassen, wer denn nun eigentlich Herr dieser Anlage ist.

Besucher, die da Büro betreten, werden sofort in Augenschein genommen. Selbst wenn sie sich im Tiefschlaf befindet, entgehen ihr Eindringlinge nicht. Da heißt es dann, quer über den Schreibtisch spazieren und die Menschen beschnuppern. Wer genehm ist, darf meine Katze dann auch mal streicheln, wer diese Kunst nicht versteht und sich trotzdem darin versucht, der muss damit rechnen, einen ungehaltenen Schlag mit der Tatze abzubekommen. Danach muss sie sich dann auf den Quittungsblock setzen oder sich am Kugelschreiber reiben, schließlich muss man als Katze diesen ignoranten Menschen klar machen, wem sie es zu verdanken haben, dass sie ihre Zahlungsbestätigung bekommen.

Am allerliebsten ist es ihr jedoch, wenn sie mich für sich alleine hat. Da kann es schonmal vorkommen, dass sich eine Pfote auf meinen Arm legt und die Hand noch einmal zurück ins Fell drückt, wenn die Katze der Ansicht ist, dass sie noch nicht genügend Streicheleinheiten bekommen hat. Als gehorsamer Mensch bleibe ich dann meist noch eine Weile sitzen. Tja, da soll nochmal einer behaupten Katzendressur würde nicht funktionieren. Von wegen! Innerhalb kürzester Zeit hat die Katze den Menschen bestens abgerichtet.

Eins nach dem anderen …

… oder doch nicht.

Eigentlich wäre schon längst wieder ein Blogbeitrag fällig gewesen, aber der Brotjob fordert, der neue Roman soll bis Anfang Oktober fertig sein und mit dem Romanschreiben flutscht es gerade so. Zumindest bis heute. Jetzt steht das finale Kapitel an und ich gehöre zu den Autoren, denen das Ende am schwersten fällt. Das führt dazu, dass ich eben am Computer sitze, eine Szene entwerfe, sie wieder lösche neu schreibe. Die Wohnung putze ( was sowieso wieder fällig war), zum Computer zurückkehre, die Szene wieder lösche, neu schreibe, mir was zum essen hole, ein Stück weiter schreibe, eine Tasse Tee mache und alles was ich eben geschrieben habe wieder lösche, zu den Pferden fahre, sie auf die Koppel lasse, eine Stunde Unterricht mache, meinen Stall versorge, hoffe, dass mich das Ausmisten inspiriert, wie es sonst häufig der Fall ist. Aber nein, immer noch kann ich mich nicht entscheiden, wie ich das Ende schreibe

Es soll nicht zu blutig werden, zuckerlrosa aber auch nicht. Nachdem es diesmal um den Abschluss meiner Trilogie geht, muss ich darauf achten, alle Fäden ordentlich zu verknüpfen, keine losen Enden zurücklassen.  Dabei hätte ich noch jede Menge Ideen, aber die gehören nicht zur eigentlich Geschichte. Oder doch? Kann ich sie verknüpfen, den Spannungsbogen halten und an den bereits geschriebenen Höhepunkt noch einen weiteren anhängen und trotzdem ein so richtig fulminantes Ende schreiben?

Manchmal hilft es für eine Weile etwas anderes zu tun. Also den Abend nutzen, um einen Blogbeitrag zu schreiben, sich mal ein Filmchen oder ein gutes Buch gönnen, in der Hoffnung, dass die Ideen der Kollegen den eigenen Geist befruchten. Noch ist ja Zeit, noch kann ich hin und her überlegen. Oder soll ich doch schon mal mit dem Korrekturlesen anfangen? Nein, fühlt sich nicht gut an. Mein Inneres sagt mir, dass ich den Roman fertig haben will, dann darf er ein paar Tage ruhen und dann wird überarbeitet.

Wer weiß, vielleicht habe ich schon morgen den Gedankenblitz. Denn sie lässt mich nicht los, die Geschichte, rumort ständig in meinem Hinterkopf, und will geschrieben werden, die Frage ist nur wie. Ideen hätte ich jede Menge. Aber welche ist die richtige? Welche kommt bei den Leserinnen und Lesern am besten an? Ich wälze sie hin und her, vergleiche sie in meinem Geist. Kopfkino pur mit mir als Regisseur. Eigentlich sitze ich nur da und starre ins Nichts, aber in meinem Inneren ist die Hölle los. Da wird gemordet, wiederauferstanden, versöhnt, verhandelt … und irgendeinen Clou brauche ich zum Abschluss auch noch. Irgendetwas, mit dem ich meine Leser zum Schmunzeln bringe.

Ich hatte ja gehofft, dass mir dieser Blogbeitrag die große Erleuchtung bringt. Aber er hat nur dazu geführt, dass noch ein paar Plotbunnys mehr um mich herumhüpfen und um meine Aufmerksamkeit buhlen. Vielleicht findet sich in meinen Träumen die ultimative Antwort. Mein fleißiges Unterbewusstsein hat mir schon oft genug aus der Patsche geholfen. Also erstmal schlafen und dann weiterschreiben. Irgenwie werde ich schon zum Ende kommen. Das habe ich bisher noch immer geschafft.

Ob es auch gut geworden ist, das könnt ihr dann in ein paar Monaten lesen.  Dann wird ‚Spiegelgene‘ nämlich im Machandel Verlag erscheinen. Und … tja also eigentlich wollte ich hier Schluss machen. Aber wie ich sicherlich mitbekommen habt, habe ich so meine Probleme mit dem Ende …