Eins nach dem anderen …

… oder doch nicht.

Eigentlich wäre schon längst wieder ein Blogbeitrag fällig gewesen, aber der Brotjob fordert, der neue Roman soll bis Anfang Oktober fertig sein und mit dem Romanschreiben flutscht es gerade so. Zumindest bis heute. Jetzt steht das finale Kapitel an und ich gehöre zu den Autoren, denen das Ende am schwersten fällt. Das führt dazu, dass ich eben am Computer sitze, eine Szene entwerfe, sie wieder lösche neu schreibe. Die Wohnung putze ( was sowieso wieder fällig war), zum Computer zurückkehre, die Szene wieder lösche, neu schreibe, mir was zum essen hole, ein Stück weiter schreibe, eine Tasse Tee mache und alles was ich eben geschrieben habe wieder lösche, zu den Pferden fahre, sie auf die Koppel lasse, eine Stunde Unterricht mache, meinen Stall versorge, hoffe, dass mich das Ausmisten inspiriert, wie es sonst häufig der Fall ist. Aber nein, immer noch kann ich mich nicht entscheiden, wie ich das Ende schreibe

Es soll nicht zu blutig werden, zuckerlrosa aber auch nicht. Nachdem es diesmal um den Abschluss meiner Trilogie geht, muss ich darauf achten, alle Fäden ordentlich zu verknüpfen, keine losen Enden zurücklassen.  Dabei hätte ich noch jede Menge Ideen, aber die gehören nicht zur eigentlich Geschichte. Oder doch? Kann ich sie verknüpfen, den Spannungsbogen halten und an den bereits geschriebenen Höhepunkt noch einen weiteren anhängen und trotzdem ein so richtig fulminantes Ende schreiben?

Manchmal hilft es für eine Weile etwas anderes zu tun. Also den Abend nutzen, um einen Blogbeitrag zu schreiben, sich mal ein Filmchen oder ein gutes Buch gönnen, in der Hoffnung, dass die Ideen der Kollegen den eigenen Geist befruchten. Noch ist ja Zeit, noch kann ich hin und her überlegen. Oder soll ich doch schon mal mit dem Korrekturlesen anfangen? Nein, fühlt sich nicht gut an. Mein Inneres sagt mir, dass ich den Roman fertig haben will, dann darf er ein paar Tage ruhen und dann wird überarbeitet.

Wer weiß, vielleicht habe ich schon morgen den Gedankenblitz. Denn sie lässt mich nicht los, die Geschichte, rumort ständig in meinem Hinterkopf, und will geschrieben werden, die Frage ist nur wie. Ideen hätte ich jede Menge. Aber welche ist die richtige? Welche kommt bei den Leserinnen und Lesern am besten an? Ich wälze sie hin und her, vergleiche sie in meinem Geist. Kopfkino pur mit mir als Regisseur. Eigentlich sitze ich nur da und starre ins Nichts, aber in meinem Inneren ist die Hölle los. Da wird gemordet, wiederauferstanden, versöhnt, verhandelt … und irgendeinen Clou brauche ich zum Abschluss auch noch. Irgendetwas, mit dem ich meine Leser zum Schmunzeln bringe.

Ich hatte ja gehofft, dass mir dieser Blogbeitrag die große Erleuchtung bringt. Aber er hat nur dazu geführt, dass noch ein paar Plotbunnys mehr um mich herumhüpfen und um meine Aufmerksamkeit buhlen. Vielleicht findet sich in meinen Träumen die ultimative Antwort. Mein fleißiges Unterbewusstsein hat mir schon oft genug aus der Patsche geholfen. Also erstmal schlafen und dann weiterschreiben. Irgenwie werde ich schon zum Ende kommen. Das habe ich bisher noch immer geschafft.

Ob es auch gut geworden ist, das könnt ihr dann in ein paar Monaten lesen.  Dann wird ‚Spiegelgene‘ nämlich im Machandel Verlag erscheinen. Und … tja also eigentlich wollte ich hier Schluss machen. Aber wie ich sicherlich mitbekommen habt, habe ich so meine Probleme mit dem Ende …

 

 

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Erstens kommt es anders …

Wer kennt das nicht? Man hat alles wunderbar geplant und dann wird die schöne Planung über den Haufen geworfen. Denn tja, eigentlich wollte ich Ende Juni schon einige Kapitel von meinem neuen Roman fertig haben. Gerade mal das erste Kapitel habe ich geschafft. Und wer ist schuld? Meine Katze!

Das sagt zumindest meine Kollegin. Denn meine Katze hat ihr junges Pferd erschreckt, woraufhin meine Kollegin das Pferd unfreiwillig verlassen hat. Unglücklicherweise ist sie mit dem Fuß im Steigbügel hängen geblieben. Ergebnis: Eingerissenes Seitenband, eingerissenes Kreuzband und ein lädierter Meniskus.

Und das pünktlich zu Beginn der Schülergruppenhauptsaison und eine Woche vor meiner Qigonglehrerabschlussprüfung! Das Wochenende vor der Prüfung war ich nicht wie geplant mit Lernen beschäftigt, sondern damit, die Reitstunden so umzuschichten und zu organisieren, dass ich überhaupt zur Prüfung fahren konnte. Die restlichen Tage vor der Prüfung habe ich mich abends noch an die Unterlagen gesetzt, aber nach einem mehr als ausgefüllten Tag, hatte ich eher das Gefühl, mein Kopf würde leerer als voller. Mehr als einmal bin ich mit dem Buch im Arm eingeschlafen. Am Tag vor der Prüfung schließlich war ich der Überzeugung: Ich weiß gar nichts mehr.

Ein Grund mehr, statt weiterzulernen, die Ausstellungseröffnung meines Vaters zu besuchen. Ehrlich gesagt erschien es mir auch wichtiger. Sowenig ich im Herbst nochmal zur Prüfung antreten wollte, aber mein Vater ist neunundachtzig und wer weiß, wie viele Ausstellungseröffnungen ich noch mit ihm erleben darf.

Zum Glück hatte ich im Vorfeld schon einiges gelernt, sodass ich bei der Prüfung dann doch die Seiten ganz gut mit Wissen füllen konnte und bei der praktischen Prüfung am Folgetag kam mir zugute, dass ich bereits seit einem Jahr vertretungsweise den Qigongübungsabend in Schüttdorf leite. Also zu meiner großen Erleichterung die Prüfung erfolgreich absolviert.

Die Folgewochen war ich mehr als ausgiebig mit meinem Brotjob beschäftigt (siehe oben) und ich muss gestehen, wenn ich müde bin, wirkt sich das ausgesprochen negativ auf meine Kreativität aus. Ideen habe ich zwar trotzdem, aber irgendwie wollen sie sich nicht in Worte formen lassen.

Seit ein paar Tagen ist die Kollegin nun ohne Krücken unterwegs und es sieht so aus, als würde ich bald wieder mehr Zeit zum Schreiben haben. Als schnell ein Stück Holz, auf das ich draufklopfen kann, denn: Erstens kommt es anders …

Endspurt

Bereits im vergangenen Jahr habe ich mir beim Lernen der Theorie für meine Qigonglehrerausbildung mit allerlei Tricks beholfen. Das ist auch in diesem Jahr, beim Büffeln für die Abschlussprüfung, nicht anders, denn ich muss gestehen, es fällt mir nicht leicht, den Stoff zu behalten. Also müssen Eselsbrücken her.

Und was würde sich da besser eignen als Verbindungen mit dem in Arbeit befindlichen Roman herzustellen. Das Schreiben der Rohfassung muss aus Zeitgründen noch warten, aber das Plotten und die Figurenentwicklung lassen sich gut mit dem Lernen kombinieren.

Es wird in Schreibratgebern geraten, mit den Figuren Interviews zu führen, um ihnen mehr Leben einzuhauchen, aber warum sie nicht mal aus der Sicht der 5 Elemente betrachten?

Nehmen wir Tanja, die Hauptfigur meiner ‚Spiegelzauber‘-Trilogie, an deren finalem Teil ich gerade arbeite. Wenn ich mir die Tabelle mit den Gefühlen, die den jeweiligen Elementen zugeordnet werden, ansehe, dann gehört sie eindeutig zum Element Feuer. Ihr Wesen ist von Offenherzigkeit, Mitgefühl und Respekt geprägt. Auf Belastungen reagiert sie mit Unruhe und Hektik bis zur Hysterie. Passt genau zu den Eigenschaften, die unter zu viel Yang im Feuer beschrieben werden.

Soweit zur ursprünglichen Tanja, die brave Sekretärin, die im 1. Teil von Spiegelzauber nicht nur in eine fremde Welt, sondern auch noch in einen fremden Körper, den einer Saraud, einer gedungenen Meuchelmörderin, versetzt wird. Die Saraud hat jedoch eine Anzahl von Eigenschaften im Körper hinterlassen. Auch hier wurde ich in der Tabelle fündig. Diesmal beim Holz. Aggression und Zorn entdeckte ich unter zu viel Yang ebenso wie Impulsivität.

Tanja hat diese Eigenschaften (das war mir beim Schreiben des 2. Bandes gar nicht bewusst) zu einem großen Teil in ihren harmonischen Aspekt umgewandelt. Sie ist ausgesprochen kreativ im Umgang mit Magie, spontan, wenn es angezeigt ist, zeigt kindliche Neugierde magischen Objekten gegenüber und wartet geduldig den richtigen Moment ab (auch wenn ihr das nicht immer leicht fällt).

Wo soll es nun im 3. Band hingehen? Ich könnte mich zum Beispiel am Andreaskreuz orientieren. Schließlich heißt es in unserem Lehrbuch, es ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, den menschlichen Lebensweg ganzheitlich zu sehen und zu begreifen. Das sollte auch bei fiktiven Menschen funktionieren.

Also habe ich mir diese Art die 5 Elemente darzustellen einmal genauer angesehen. Die Achse Wasser – Feuer repräsentiert das Ziel und den Weg dorthin, die Achse Holz-Metall wiederum steht für die Mittel und Werkzeuge, die eingesetzt werden können.

Also zunächst einmal das Ziel festlegen. In Band 3 ist das Leben von Mazemadaran bedroht und damit auch Tanjas Fähigkeit Magie zu wirken, da sie ihre Kraft von ihm bezieht. Zunächst bedarf es einer kräftigen Ladung Kreativität (Holz) um alles für eine Rettungsaktion ins Rollen zu bringen. Nicht umsonst steht das Holz für den Beginn. Aber alleine hat Tanja keine Chance, sie muss mit ihren Freunden kommunizieren (Metall). Die Regeneration (Erde) kommt bei Tanja regelmäßig zu kurz. Trotzdem schafft sie es durch die Zusammenarbeit mit ihren Freunden (Feuer – zentrales Thema: Vom ich zum wir) … nun, was schafft sie? Ich kann doch hier nicht das Ende des Buches verraten, noch bevor es geschrieben ist! Aber soviel ist klar: Nur ein Element ist noch übrig: Wasser.

Im Wasser sitzt die Angst vor dem Tod. Im Wasser heißt es aber auch stirb und werde und als genereller Lösungsansatz im Wasser gilt: „Fürchte dich nicht, lächle deiner Angst zu.“ Ob Tanja es schafft, ihrer Angst zuzulächeln und ob es ihr gelingt Mazemadran zu retten, verrate ich im Dezember diesen Jahres im 3. Band von ‚Spiegelzauber‘.

Meine Katze und andere Tiere

So ein Reitstall ist ein vielbevölkerter Ort, daher hat meine Katze auch jede Menge Mitbewohner, die sie ertragen muss. Ja, ertragen! Denn meine Katze ist der Ansicht, dass ihr die ganze Reitanlage gehört und alle anderen Anwesenden werden mehr oder weniger gnädig geduldet.

Ich glaube, am liebsten sind ihr die Mäuse gefolgt von den Vögeln, denn die eignen sich bestens zur Katzenalleinunterhaltung. Man kann sie beobachten, jagen, mit ihnen spielen, sie töten und fressen. Zum Glück für die kleinen Tierchen neigt meine Katze eher dazu, zuerst zu töten und dann zu spielen und zu meinem Glück ist sie inzwischen dazu übergegangen, sie zu fressen, ohne sie mir zuvor zu zeigen. Dadurch sind dem Reitclub auch weitere Blutflecke auf den Tagesberichten erspart geblieben, denn in den ersten Jahren ist sie einfach mitsamt ihrer Beute auf den Schreibtisch gesprungen und hat mir das tote Tier direkt auf den Kugelschreiber gelegt, wenn ich ihr nicht schnell genug Beachtung geschenkt und sie als tolle Jägerin bestätigt habe.

Die Pferde sind ein Übel, das meine Katze hinnimmt. Da meine Katze lernfähig ist und eingesehen hat, dass sechshundert Kilo Pferd sich von drei Kilo Katze nicht beeindrucken lassen, egal wie wild sie faucht, weicht sie ihnen nun aus. Allerdings nur wenn es absolut unumgänglich ist. Stets wartet sie bis zum letzten Augenblick und gelegentlich auch ein bisschen länger. Das hat ihr schonmal einen Knickschwanz eingebracht, weil ihr Schwanz unter dem Pferdehuf gelandet ist. Zum Glück hat sich der Schwanz erholt und sie kann ihn wieder vollständig aufstellen.

Ein Übel, das sie nicht hinnimmt, sondern bei jeder sich bietenden Gelegenheit bekämpft ist die schwarz-weiße Katze von meinem Chef. Die beiden Damen geraten sich regelmäßig in die Wolle und dann wird wild gekreischt und es fliegen die Fetzen. Gott sei Dank sind die zwei Zicken mit den Jahren etwas ruhiger geworden und die Tierarztbesuche damit seltener. Inzwischen kommt es auch immer häufiger vor, dass sie sich einfach aus dem Weg gehen.

Hunde werden nach einer Erstuntersuchung, die darin besteht, dass meine Katze einfach sitzen bleibt und dem sich in Reichweite begebenden Hund mal kräftig auf die Nase klopft, in zwei Kategorien eingeteilt: Akzeptabel und inakzeptabel. Erstere Kategorie wird einfach ignoriert, zweitere wird attackiert. Einmal hat diese Taktik meine Katze beinahe das Leben gekostet, ein anderes Mal hat sie mit einem gerissenen Kreuzband im Knie bezahlt. Trotzdem besteht sie weiterhin darauf, jeden Hund zuerst einmal zu testen.

Das Büro des Reitclubs hat meine Katze zur hundefreien Zone erklärt, zumindest bis Paula kam. Paula ist einfach nur lieb und tut keiner Fliege was zuleide, zudem ist sie jedoch auch schrecklich verfressen. Nach einem Erstzusammenstoß mit meiner Katze, den Paula schockiert aber unverletzt überstanden hat, wurde Paula immer wieder von der Futterschüssel meiner Katze angelockt. Zuerst habe ich mich noch gewundert, seit wann meine Katze ihren Napf so sauber ausleckt, bis ich dann eines Tages im Büro saß, meine Katze schlafend am Sessel neben mir, und Paula ins Büro kam.

Normalerweise ist meine Katze bei unerlaubtem Betreten sofort hellwach und verteidigt ihr Revier mit ausgefahrenen Krallen. Diesmal jedoch öffnete sie nur träge ein Auge und beobachtete Paula seelenruhig, wie sie zur Futterschüssel ging und sie blitzblank leckte. Ich glaube meine Katze hat jetzt für Paula eine eigene Kategorie. Nun ja, es gibt eben Hunde und es gibt Paula.

Ich wollte auch schon immer mal einen Roman schreiben

Gibt man sich als Autor zu erkennen, wird man häufig mit Noch-Nicht-Autoren konfrontiert, die ihre Ideen wortreich ausbreiten. Doch auch wenn diejenigen Menschen, deren Innenleben nicht von unablässig hochquellenden Geschichten erfüllt ist, sich gar nicht vorstellen können, wo Autoren ihre ganzen Ideen hernehmen, ist die Idee nur die Basis. Es heißt nicht umsonst: Zehn Prozent Inspiration und neunzig Prozent Transpiration, also harte Arbeit.

Ich selbst vergleiche diesen Prozess gerne mit der Erziehung eines Hundes. Zuerst ist da die Idee, also der süße Welpe, den man einfach nur Knuddeln möchte. Um aus diesem Welpen einen wohlerzogenen Hund zu machen, braucht man eine Menge Zeit, Energie und auch Wissen. Beim Schreiben ist es nicht anders.

Genauso wie Menschen unterschiedliche Beziehungen zu ihren Haustieren haben, gibt es auch verschiedene Herangehensweisen an Texte. George R. Martin unterteilt Autoren ganz grob in Architekten und Gärtner. Die Architekten planen zuerst mal. Da wird die Welt entworfen, die Kapitel strukturiert, ein Szenenplan erstellt … Die Gärtner lassen den Samen, also die Idee, zuerst einmal wachsen und beschneiden, also bearbeiten das Ganze im Nachhinein.

Ich bin definitiv ein Gärtnertyp. Meine Herangehensweise an eine Geschichte ähnelt der von Stephen King, wie er sie in seinem Buch über das Schreiben schildert. Ich habe wohl schon mal einen groben Szenenplan im Kopf, wenn ich zu schreiben beginne, würde ich mich jedoch zwingen, diesen zuerst auszuarbeiten, verlöre ich den Spaß an der Geschichte. Nein, ich muss drauf los schreiben, ohne Rücksicht auf Lektoratsansprüche eine Rohfassung entstehen lassen. Dann wird gefeilt.

Das heißt schon mal mindestens zweimal überarbeiten, bevor den Text irgendjemand anderer liest (einmal in Bezug auf Inhalt und dann noch in Bezug auf Rechtschreibung und Tippfehler, wobei ich beim zweiten Mal meist laut lese, um mehr Fehlerchen zu entdecken).

Andersherum ginge es vielleicht schneller, aber dann verlöre ich ehrlichgesagt die Lust am Schreiben. Es macht mir einfach unglaubliche Freude, die Geschichte zuerst einmal wild wuchern zu lassen. Anfangs war das Überarbeiten eher Überwindung (ich hatte wohl ebensolche Hemmungen, meinem Text Grenzen zu setzen, wie manche Hundebesitzer, mal streng zu ihrem Liebling zu sein), inzwischen macht es mir jedoch genauso viel Spaß wie das Schreiben der Rohfassung. Vielleicht weil ich oft genug erlebt habe, wie sich der Text durch das Überarbeiten verbessert, die Geschichte spannender wird (ist schon cool, wenn man seinen Hund ruft, um er kommt tatsächlich –  nur um bei diesem Vergleich zu bleiben).

Die nächste Herausforderung, wenn man veröffentlichen möchte: Man muss sich der Kritik am heißgeliebten eigenen Text stellen. Welch glückliche Momente, wenn der Lektor oder die Lektorin nicht viel zu meckern hat und das vielleicht auch noch lobend in der Begleitemail erwähnt. Umso niederschmetternder, wenn das Urteil weniger positiv ausfällt. Aber auch damit muss man leben und kann nur besser werden, wenn man sich mit eventuellen Kritikpunkten auseinander setzt.

Um jedoch überhaupt soweit zu kommen, um Texte zu haben, die beurteilt werden können, um herauszufinden welcher Typ Autor man ist, muss man zuerst einmal schreiben. Um zu lernen, wie ich einen Hund richtig erziehe, reicht es schließlich auch nicht, niedliche Welpen zu knuddeln. Vielleicht die verschiedenen Techniken bei kürzeren Texten ausprobieren. Vielleicht auch die eine oder andere Kurzgeschichte zu einem Wettbewerb einschicken. Wird man angenommen, motiviert der Erfolg zum Weiterschreiben und die Zusammenarbeit mit dem Lektorat eröffnet einen neuen Blick auf den eigenen Text.

Außerdem macht das Niederschreiben der Ideen den Kopf frei. Geht zumindest mir so. Wenn ich nicht schreibe, sind es immer wieder dieselben Ideen, die sich im Kreis drehen wie ein Karussell. Banne ich sie auf Papier oder in den Computer, schaffe ich Platz für Neues.

Wer also eine Geschichte in sich trägt, sollte nicht sagen: „Ich wollte schon immer mal einen Roman schreiben“, sondern: „Ich schreibe einen Roman“. Schließlich heißt es nicht umsonst: ‚Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.‘

Casper Teil 3

Wer jemals ein Pferd korrigiert hat, weiß, dass damit häufig mehr Aufwand sowohl an Energie als auch an Zeit verbunden ist, als ein Pferd von Grund auf korrekt auszubilden. Ich muss mir das immer wieder vor Augen halten, wenn Casper wieder mal in alte Verhaltensweisen zurückfällt und ich von vorne anfangen muss.

Er lässt sich sehr leicht von anderen Pferden beeinflussen. Das stellt immer wieder eine Herausforderung an meine Zeiteinteilung dar, denn ich versuche möglichst neben ruhigen, gelassenen Pferden zu reiten. Dann lässt sich auch Casper nicht so schnell durch Außenreize aus der Ruhe bringen, auch wenn er sich immer noch vor Traktoren, LKWs und anderen großen Maschinen fürchtet.

Befindet sich jedoch ein unruhiges Pferd mit uns in der Bahn, ist es vorbei mit seiner Konzentration. Teilweise ist er dann nicht mehr kontrollierbar, rennt einfach los und wird wieder zu dem steifen Brett, dass er anfangs war. Das hat auch schon dazu geführt, dass ich abgestiegen bin und ihn vom Boden aus weitergearbeitet habe. Durch die viele vorbereitende Bodenarbeit kann ich ihn zu Fuß besser kontrollieren und bekomme ihn schneller wieder locker. Das schont auch meinen Rücken, denn Casper macht in punkto Hakenschlagen jedem Kaninchen Konkurrenz. So ein kräftiger Ruck zur Seite führt dann schon gelegentlich dazu, dass sich mein Iliosakralgelenk schmerzhaft meldet.

Das ist neben dem derzeit rutschigen Boden mit ein Grund, warum ich mit Casper häufig spazieren gehe. Schließlich will ich ihn mit möglichst vielen Außenreizen konfrontieren, ohne mich, ihn oder irgendwelche Passanten zu gefährden.

Auch wenn er allmählich lernt, sich trotz seines schmalen Körperbaus immer besser auszubalancieren, macht auch ihm die Bodenarbeit mehr Spaß als das Reiten. Um ehrlich zu sein, denke ich, er wollte eigentlich Zirkuspferd werden. Bei der Freiarbeit ist er begeistert dabei und würde auch Tricks ausgesprochen schnell lernen. Ich wage jedoch nicht, ihm allzu viel beizubringen, da er gewisse Kenntnisse im Unterricht gegen die Schüler verwenden könnte. Ich traue ihm durchaus zu, dass er sich mitten unter der Reitstunde einfach hinlegen würde, wenn er keine Lust mehr hat, um dann für das schöne Ablegen auch noch ein Leckerlie zu erwarten.

Tja, er hat wohl den falschen Job erwischt und ich werde wieder mal aus einer Not eine Tugend machen und mich mit seiner Hilfe noch tiefer in die Möglichkeiten und Chancen der Bodenarbeit und des Gymnastizierens vom Boden aus einarbeiten. Sobald der Schnee verschwunden ist und sich nicht mehr alle Reiter in der Halle drängen, werden wieder vermehrt Stangen, Planen, Flatterbänder und ähnliches Spielzeug zum Einsatz kommen. Wie heißt es so schön: Jedes Hindernis birgt die Chance in sich, weiter zu lernen und zu wachsen.

Hast du mal wieder was geschrieben?

Eine häufige Frage jener Menschen, die mich nur gelegentlich treffen und meine Aktivitäten auch nicht via Social Media verfolgen. Sie staunen dann nicht selten über meine Veröffentlichungen seit unserer letzten Begegnung.

Aber auch wenn ich gerade nichts veröffentlicht habe, ja selbst wenn ich gerade gar nicht schreibe, schreibe ich. Wahrscheinlich kennen das andere notorische Schreiberlinge ebenfalls, diesen abgespalten kleinen Teil im Gehirn, der stets alles mit dem Schreiben in Beziehung setzt. Da wird beim Betrachten einer schönen Landschaft bereits überlegt, welche Worte ihr am ehesten gerecht würden. Gespräche werden abgespeichert und auf eventuelle Verwendbarkeit einzelnen Redewendungen geprüft. Der Wissenschaftsbeitrag im Fernsehen löst Überlegungen aus, wie er sich in den nächsten Roman einbauen ließe oder wenigstens in eine Kurzgeschichte und beim Lesen wird auch noch der innere Lektor aktiv.

Zum Glück schaffe ich es inzwischen, letzteren selbständig arbeiten zu lassen, sodass die Hauptpersönlichkeit die Geschichte genießen kann. Eine Zeitlang war das Lesen eines Romans mehr Herausforderung als Spaß.

Vor dem eigentlichen Tippen braucht man natürlich zumindest das Grundgerüst einer Geschichte, den Plot. Dieses Grundgerüst zu entwerfen nennt man plotten und wie viele andere Schreiberlinge liebe ich es zu plotten. Kaum ist der Kopf mal nicht voll beansprucht, dann wird an einer Geschichte herumgesponnen.

Gelegentlich spiegeln sich diese inneren Vorgänge in meiner Gesichtsmimik, was schon dazu geführt hat, dass andere Reiter dachte, ich hätte einen Fehler bei ihnen entdeckt. So ist mir schon passiert, dass ich nichtsahnend mein Pferd mit langen Zügeln trocken geritten habe, geistig jedoch bereits dabei war, dem Bösewicht in meiner Geschichte den Garaus zu machen, nur um unvermutet von einer Stimme aus meinen Gedanken gerissen zu werden. „Der Galoppwechsel war total schlecht – oder?“ Ich (irritiert): „Keine Ahnung. Wieso?“ „Du hast so böse geschaut.“

Mein Gesichtsausdruck hängt natürlich vom Inhalt des jeweiligen Kapitels ab. Fällt mir etwas Witziges oder besonders Gemeines ein, dann legt sich ein Grinsen über mein Gesicht. Auch das kann zu Irrtümern führen. So kam einmal eine Reiterkollegin zu mir in die Box als ich gerade beim Ausmisten war, sah mich prüfend von der Seite her an und meinte: „Du schaust voi eigracht aus.“ (Übersetzung: „Du siehst total zugedröhnt aus.“).

Ich mag vielleicht so aussehen, aber ich bin es nicht. Zum Entwickeln schräger Geschichten habe ich bisher noch nie psychoaktive Substanzen benötigt. Ich bin auch nüchtern bereits verrückt genug. Inzwischen hat man sich im Stall daran gewöhnt, dass mein Gesichtsausdruck nicht zwangsweise mit dem aktuellen Geschehen zu tun haben muss.

Die Leute, die mich regelmäßig treffen, wagen kaum noch, mich nach meiner Schreibe zu fragen. Sie wissen, dass sie dann einen mindestens viertelstündigen Vortrag über den Stand des aktuellen Kapitels über sich ergehen lassen müssen. Und die Antwort auf die Frage, ob ich wieder mal was geschrieben habe, kennen sie sowieso, denn die lautet immer ja. Schließlich schreibe ich ständig. Selbst wenn ich nicht schreibe.

Meine Katze und die Heizung

Meine Katze habe ich in früheren Blogbeiträgen bereits vorgestellt. Sie wohnt immer noch auf der Reitanlage, ist dort hauptberuflich als Mäusejägerin tätig, unterstützt mich jedoch auch bei meiner Arbeit, begleitet mich zu den Reitstunden und auf die Pferdekoppeln, setzt sich auf den Quittungsblock wenn ich schreiben möchte, klettert in die Kassa wenn ich Wechselgeld brauche und bedient die Rechenmaschine. Leider hat mir niemand die fünf Millionen bezahlt, die sie ausgerechnet hat.

Mit zunehmendem Alter hat sie jedoch, besonders in der kalten Jahreszeit, die Vorzüge des Heizkörpers im Büro schätzen gelernt. Wenn es draußen stürmt und schneit, schenkt sie mir einen mitleidigen Blick, wenn ich mich auf den Weg in die kalte Reithalle mache und macht es sich auf der Heizung bequem.

Fasziniert von den unterschiedlichsten Verrenkungen, in den meine Katze eine je nach Wunsch größere oder kleinere Oberfläche auf der heißen Oberfläche platziert, bin ich regelmäßig der Versuchung erlegen, sie zu fotografieren. Sie lässt es mehr oder weniger gelassen über sich entgegen. Wenn es ihr zu bunt wird, reckt sie mir einfach ihren Po entgegen.

Mäuse werden an kalten Tagen im Schnellverfahren erlegt, damit der warme Heizungsplatz möglichst kurz verlassen werden muss. Obwohl ich gestehen muss, dass ihre Jagdambitionen mit zunehmendem Alter schwinden. Da ist es mir doch tatsächlich passiert, dass auf eine entsprechende Aufforderung hin („Was ist los? Mausi jagen gehen!“) der Heizungsplatz zwar umgehend verlassen wurde, jedoch nur um direkt neben der Futterschüssel Aufstellung zu nehmen und mich erwartungsvoll anzusehen.

Den Mäusen wird es recht sein, wenn die Katze zwar nicht aus dem Haus ist, aber immerhin bequem auf der Heizung liegt. Allzusehr sollten sie sich jedoch nicht freuen. An den warmen Tagen erwachen die Lebensgeister meiner Katze und sie geht wieder auf die Jagd. Manchmal zum Entsetzen meiner Reitschülerinnen. So wurde einmal das Erscheinen meiner Katze mit einer Maus im Maul mit einem entrüsteten: „Sie ist voll die Mörderin!“, quittiert. Ich meinte darauf nur: „Das ist ihr Job.“ Daraufhin nachdenkliches Schweigen, dann das Aufleuchten einer Erkenntnis in den Augen der Mädels: „Sie ist eine Auftragskillerin!“

Casper Teil 2

Wie ich zu Casper gekommen bin, habe ich im vorhergehenden Blogbeitrag schon geschildert. Nun will ich berichten, wie es mir mit meinen Bemühungen erging., 

Anfangs ignorierte er jede leichte Einwirkung, ignorierte zum Teil auch mich. Es bedurfte manchmal recht deutlichen Körpereinsatzes, um ihn zum Zuhören zu bringen. Caspar hatte die Schnauze voll von Menschen. Er verstand sie nicht, sie interessierten ihn nicht und er wollte nicht mit einem zusammenarbeiten.

Es dauerte Wochen, bis ich das Gefühl hatte, dass er mich wirklich ansah und dass er schließlich sogar begann Engagement zu zeigen und von sich aus mitzuarbeiten.  Die Seitengänge machten ihn geschmeidiger, die Arbeit mit den Bodenstangen verschaffte ihm mehr Gefühl für seine Beine, die Arbeit an der Longe verbesserte seine Kondition. Ich nützte die Nebensaison, um ihn für eine Weile aus dem Schulbetrieb herauszunehmen und konnte es mir daher leisten, ihm Kraftfutter zu geben. Ich begann auch ihm im Schritt zu reiten und merkte zu meiner Erleichterung, dass er recht schnell umsetzen konnte, was ich am Boden mit ihm geübt hatte. Er ist recht schmal gebaut und daher fiel es ihm nicht gerade leicht, sich unter dem Reiter auszubalancieren, aber auch hier halfen ihm die Seitengänge.

Zusätzliche Schwierigkeiten stellten seine extreme Schiefe und seine Tendenz zum Kleben und Klemmen dar. Für die Nichtreiter unter euch hier eine kleine Erklärung: Jedes Pferd hat eine bevorzugte Seite, genauso wie wir Menschen. Durch schlechtes Reiten, wird dieser Unterschied immer größer, bis deutlich zu sehen ist, dass die Vorder- und die Hinterbeine auf unterschiedlichen Spuren laufen. Ein Pferd das klebt will ständig anderen Pferden hinterher laufen und kann ziemlich bockig werden, wenn es von ihnen weg soll. Ein Pferd wiederum das klemmt, geht aufgrund einer zu hohen Grundspannung zu wenig vorwärts und Einwirkungen des Reiters machen es häufig langsamer als schneller.

Umso mehr freute es mich, dass Casper trotz seiner Probleme zunehmend besser zu reiten war. Ich begann ihn allmählich auch zu traben, nützte die anderen Pferde, um ihn mehr ins Vorwärts zu bekommen. Immer öfter wurde ich von Privatreitern angeredet, wie gut er sich entwickle. Unsere ersten Galoppversuche waren noch sehr verhalten, aber ich ließ mir Zeit. Wäre die Saison nicht mit Riesenschritten näher gerückt hätte ich mir noch mehr Zeit gelassen.

Nun blieb mir nichts anderes übrig, als ihn auch einzusetzen. Er machte sich für seine Verhältnisse ganz gut, auch wenn er immer noch keine Begeisterung bei den Reitschülern auslöste. Mich selbst quälte natürlich die Sorge, wieviel während des Sommers von meiner Arbeit wohl wieder verloren gehen würde. Ich versuchte ihn mit Bodenarbeit halbwegs bei Laune zu halten, aber viel Zeit blieb mir nicht für ihn. Im September machte er seinen Job nur noch unwillig. Beim Galoppieren schlug er häufig aus. Besonders schlimm war es nach meinem Urlaub in Spanien. Motiviert nach meiner schönen Zeit bei den Dyslies, begann ich wieder mit ihm zu arbeiten, obwohl ich immer noch durch Schülergruppen und Touristen ziemlich gefordert war.

Es gelang  mir, erstaunlich schnell zu ihm durchzudringen. Innerhalb kürzester Zeit war der Status vom Frühling wiederhergestellt und als er dann begann sich immer besser zu entwickeln, beschloss ich, mit ihm weiterzuarbeiten. Er ist kein Anfängerpferd. Ich weiß nicht, ob er jemals eines werden wird. Aber er macht mir immer mehr Spaß und ich habe beschlossen, mit ihm zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Lange schon wünsche ich mir ein Schulpferd, das weiter ausgebildet ist. Unsere Pferde werden nur den Anforderungen bis zur Reiternadel gerecht. Oft kommen aber auch bessere Reiter zu uns und ich kann ihnen kein wirklich interessantes Pferd anbieten. So wie Casper nun dazu lernt, könnte er irgendwann dieses Pferd werden. Seine Bewegungen sind viel weicher geworden. Er ist zwar immer noch alles andere als leichtrittig, zeigt aber bereits erste Ansätze sich zu versammeln und bekommt auch immer mehr Spaß am Springen.

Also werde ich weiter mit ihm spielen, in Hoffnung, ihn auch in Zukunft weiter bei Laune zu halten und ihn einem guten Lehrpferd für bessere Reiter zu machen.

Casper

Auf Facebook habe ich schon das eine oder andere Foto von ihm gepostet und auch in meinem Blogbeitrag vom März diesen Jahres hat er schon Erwähnung gefunden: Casper.

Der inzwischen siebenjährige Huzulenwallach ist vor eineinhalb Jahren zu uns gekommen. Mein Chef wollte ihn haben, weil er mit seinen 1,50 Meter Stockmaß für einen Huzulen relativ groß ist. Ich war von dem kleinen Kerl von Anfang an nicht begeistert. Er hatte außer einem deutlichen Unterhals keine ausgeprägte Muskulatur, konnte sich nicht lange konzentrieren, war bei den Reitstunden mehr daran interessiert die anderen Pferde zu ärgern als seinem Reiter zu gehorchen und weigerte sich hartnäckig, die Gruppe zu verlassen, um eine Galopprunde zu drehen.

Auch als sich unsere erfahreneren Mädels, die längst eigene Pferde besitzen, an ihm versuchten, wurde es nicht besser. Er lief in der Abteilung wohl hinterher, wurde jedoch mit jeder verstreichenden Minute langsamer. Kraftfuttergaben um ihm mehr Power zu verschaffen, bewährten sich ebenfalls nicht. Er begann bloß zu bocken und sich die Zeit damit zu vertreiben, die anderen Pferde in den Hintern zu beißen.

Ich bat meinen Chef, ihn umzutauschen, fand jedoch kein Gehör. Am Ende der Saison, als ich endlich wieder etwas mehr Zeit hatte, stand ich vor einer Entscheidung: Entweder ich beschäftige mich selber mit dem kleinen Kerl oder es wird nichts mit ihm. Meine Motivation hielt sich in Grenzen. Seine Bewegung sah schrecklich unbequem aus und als ich mich schließlich mal auf ihn setzte, erwies sich dies als zutreffend. Er war steif wie ein Brett und jeder seiner Schritte eine Beleidigung sowohl für seinen Rücken als auch für meinen. Seine Bewegungsmechanik glich mehr der eines Kamels als der eines Pferdes. Außerdem musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass, obwohl wir ihn als fertig eingeritten gekauft hatten, er die Hilfengebung nicht verstand. Er wusste also nicht was der Reiter von ihm wollte. Dafür war er eigentlich relativ brav gewesen.

Nein, reiten wollte ich den kleinen Kerl wirklich nicht, zumindest nicht sofort. Mein Rücken ist nicht mehr das, was er mal war. Korrekturpferde können mir massive Schmerzen bescheren und ich muss sagen, darauf hatte ich nun wirklich keine Lust. Aber vielleicht, so überlegte ich, wäre er das perfekte Versuchsobjekt für meine Idee, dass es möglich sein musste, mir Pferde über Bodenarbeit soweit vorzubereiten, dass auch ich, mit meinem angeschlagenen Rücken, sie reiten konnte.

Gleich nach meinem ersten Kurs mit Kenzie Dyslie im September 2016 begann ich mit Casper vom Boden aus zu arbeiten. Ich begann verschiedene Systeme zu kombinieren. Schließlich hatte ich mich auch schon mit klassischer Bodenarbeit befasst und Kurse bei Robin Hood, der Schwester von Linda Tellington-Jones, besucht. Außerdem suchte ich im Internet nach weiteren Informationen, sah mir unzählige Filme an und begann mit Caspar alles Mögliche auszuprobieren.

Forsetzung folgt!