Zeit

20170210_071936Bereits im Alltag wird man mit dem unterschiedlichen Verstreichen von Zeit konfrontiert. Nicht nur, dass schöne Stunden schneller vorübergehen, auch die Tage selbst scheinen eine unterschiedliche Qualität zu haben. Mal ist die Energie zäh wie Sirup und es geht einfach gar nichts voran. Dann wieder bekommt man an einem einzigen Tag so viel geregelt, dass man glaubt, eine ganze Woche sei verstrichen.

Beim Eintauchen in andere (Buch-)welten lernt man nochmal ganz andere Zeitkonzepte kennen. Da wird so manches Paradoxon erzeugt, mit der Zeit auch der Raum manipuliert – schließlich ist die Zeit nichts anderes als die vierte Dimension des Raumes – und recht flott zwischen Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit hin und her gesprungen.

Manchmal ist mir auch die Zeit im Nachhinein länger erschienen, als während des Erlebens. Das passiert mir, wenn ich in kurzer Zeit sehr viel Neues gesehen habe. So konnte ich nach meiner Indienreise zum Beispiel gar nicht glauben, dass sie nur zwei Wochen gedauert hat. Abgefüllt mit unglaublich vielen neuen Eindrücken dachte ich, ein ganzer Monat müsse verstrichen sein.

Umgekehrt kann es auch sein, dass manches länger dauert, als geplant. So bin ich zum Beispiel jetzt mit meinem Schreiben und auch bei der Reiterei genau dort, wo ich eigentlich vor fünfzehn Jahren schon sein wollte. Manches ging nicht so wie geplant. Oft genug stand ich mir auch selbst im Weg. Gelegentlich musste ich auch erst das nötige Wissen auf Umwegen erwerben.  Manchmal hat auch der Körper nicht so mitgespielt, wie ich es gerne wollte.

Jetzt heißt es, sich darüber freuen, überhaupt ans Ziel gekommen zu sein und nicht zu jammern, dass es so lange gedauert hat. Schließlich durfte ich auf meinem Weg vieles sehen und erleben, das sonst unbemerkt an mir vorbeigegangen wäre. Und überhaupt ist es nur ein Etappenziel. Unglaublich viele Dinge warten noch darauf, entdeckt, erlernt erforscht zu werden.

Schon stellt sich die nächste Herausforderung. Denn  mein Leben wird mit Sicherheit nicht ausreichen, um alles zu tun, was ich gerne möchte. Jetzt heißt es, gelassen, freudig und mit der Neugierde eines Kindes, alles in mein Leben einzuladen, was sich noch verwirklichen möchte und nicht dem hinterherzutrauern, was sich nicht mehr ausgeht.

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