Der weiße und der schwarze Wolf

Vielleicht kennt sie der eine oder andere schon, die Geschichte vom weißen und vom schwarzen Wolf. Für all diejenigen, die sie nicht kennen, hier die Kurzversion:

Es heißt, dass ein Indianer sie seinem Enkel erzählt hat. Er sagte, dass in jedem von uns ein weißer und ein schwarzer Wolf leben. Der schwarze Wolf steht für Wut, Neid, Kummer, Bedauern, Gier, Arroganz, Selbstmitleid und Schuld, Groll und Minderwertigkeit, Lügen, falschen Stolz, Überlegenheit und Ego. Der weiße Wolf steht für Freude, Liebe, Hoffnung, Frieden, für Gelassenheit und Ergebenheit, für Freundlichkeit, Wohlwollen, Mitgefühl, Großzügigkeit , Wahrheit, Mitleid und Vertrauen. „Die beiden Wölfe kämpfen gegeneinander, in dir und in jedem anderen Menschen.“ erzählte der Großvater. „Welcher der Wölfe gewinnt den Kampf?“ fragt der Junge. Sein Großvater antwortet: „Derjenige, den du fütterst.“

 

Ich muss gestehen, dass ich mich mit dem Ende nie so recht wohl gefühlt habe. Der Gedanke, dass ich einen hungrigen, zornigen Wolf in mir habe, hat mir nicht so recht behagt. So hat sich diese Geschichte immer wieder in meine Gedanken geschlichen. Auch beim Meditieren hat sie mich verfolgt.

Mit sind die Momente bewusst geworden, in denen meine Wut mir Kraft verliehen hat, Dinge zu tun, zu denen ich sonst nicht in der Lage gewesen wäre. Ohne meine dunkle Seite gäbe es auch keine Horrorgeschichten von mir und meine Paranormal Romance Romane wären ziemlich weichgespült.

Meine dunkle Seite ist ein Teil von mir. Ohne sie wäre ich nicht ich. Abgesehen davon kann sie, und damit auch der schwarze Wolf, nicht sterben. Nicht solange ich lebe. Es gehört zum Menschsein dazu, auch einen dunkle Seite zu haben.

Mir fiel auf, dass mich das Schreiben von Horrorgeschichten beruhigt, aber besonderen ausgleichend auf mein Gemüt wirken die Paranormal Romance Storys. Mit der Zeit begann ich mich zu fragen, woher das kommt. Plötzlich sah ich die beiden Wölfe vor mir. Sie wirkten nach der Schreibsession satt und träge, hatten keine Lust aufeinander loszugehen, ließen sich sogar streicheln und legten mir schließlich die schweren Köpfe in den Schoß.

Während meine geistigen Finger durch das weiße und das schwarze Fell fuhren, wurde mir alles klar. Die Wölfe nähren sich von Aufmerksamkeit. Gerade bei meinen Paranormal Romance Geschichten kann ich schwarzen Wolf genauso füttern wie den weißen. Horrorelemente, Kampf und Action haben in diesem Genre ebenso Platz wie Liebe und Grießschmarrn. Dabei tue ich niemandem weh, sondern hoffe, dass meine Leserinnen genauso viel Spaß beim Lesen haben, wie ich beim Schreiben.

Also füttere ich sie weiter mit meinen Geschichten, den weißen UND den schwarzen Wolf, damit sie gar nicht erst anfangen zu kämpfen.

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