Casper

Auf Facebook habe ich schon das eine oder andere Foto von ihm gepostet und auch in meinem Blogbeitrag vom März diesen Jahres hat er schon Erwähnung gefunden: Casper.

Der inzwischen siebenjährige Huzulenwallach ist vor eineinhalb Jahren zu uns gekommen. Mein Chef wollte ihn haben, weil er mit seinen 1,50 Meter Stockmaß für einen Huzulen relativ groß ist. Ich war von dem kleinen Kerl von Anfang an nicht begeistert. Er hatte außer einem deutlichen Unterhals keine ausgeprägte Muskulatur, konnte sich nicht lange konzentrieren, war bei den Reitstunden mehr daran interessiert die anderen Pferde zu ärgern als seinem Reiter zu gehorchen und weigerte sich hartnäckig, die Gruppe zu verlassen, um eine Galopprunde zu drehen.

Auch als sich unsere erfahreneren Mädels, die längst eigene Pferde besitzen, an ihm versuchten, wurde es nicht besser. Er lief in der Abteilung wohl hinterher, wurde jedoch mit jeder verstreichenden Minute langsamer. Kraftfuttergaben um ihm mehr Power zu verschaffen, bewährten sich ebenfalls nicht. Er begann bloß zu bocken und sich die Zeit damit zu vertreiben, die anderen Pferde in den Hintern zu beißen.

Ich bat meinen Chef, ihn umzutauschen, fand jedoch kein Gehör. Am Ende der Saison, als ich endlich wieder etwas mehr Zeit hatte, stand ich vor einer Entscheidung: Entweder ich beschäftige mich selber mit dem kleinen Kerl oder es wird nichts mit ihm. Meine Motivation hielt sich in Grenzen. Seine Bewegung sah schrecklich unbequem aus und als ich mich schließlich mal auf ihn setzte, erwies sich dies als zutreffend. Er war steif wie ein Brett und jeder seiner Schritte eine Beleidigung sowohl für seinen Rücken als auch für meinen. Seine Bewegungsmechanik glich mehr der eines Kamels als der eines Pferdes. Außerdem musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass, obwohl wir ihn als fertig eingeritten gekauft hatten, er die Hilfengebung nicht verstand. Er wusste also nicht was der Reiter von ihm wollte. Dafür war er eigentlich relativ brav gewesen.

Nein, reiten wollte ich den kleinen Kerl wirklich nicht, zumindest nicht sofort. Mein Rücken ist nicht mehr das, was er mal war. Korrekturpferde können mir massive Schmerzen bescheren und ich muss sagen, darauf hatte ich nun wirklich keine Lust. Aber vielleicht, so überlegte ich, wäre er das perfekte Versuchsobjekt für meine Idee, dass es möglich sein musste, mir Pferde über Bodenarbeit soweit vorzubereiten, dass auch ich, mit meinem angeschlagenen Rücken, sie reiten konnte.

Gleich nach meinem ersten Kurs mit Kenzie Dyslie im September 2016 begann ich mit Casper vom Boden aus zu arbeiten. Ich begann verschiedene Systeme zu kombinieren. Schließlich hatte ich mich auch schon mit klassischer Bodenarbeit befasst und Kurse bei Robin Hood, der Schwester von Linda Tellington-Jones, besucht. Außerdem suchte ich im Internet nach weiteren Informationen, sah mir unzählige Filme an und begann mit Caspar alles Mögliche auszuprobieren.

Forsetzung folgt!

 

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