Casper Teil 4

Neben meinen Buchprojekten habe ich ja auch ein vierbeiniges Projekt über das ich bereits mehrfach berichtet habe. Jetzt ist es Zeit für ein Update. Unter anderem deshalb, weil klein Casper (er ist zwar für eine Huzulen groß aber gegen meine Warmblutstute ist er immer noch klein) in den letzten Wochen riesige Fortschritte gemacht hat. Zum einen ist er viel mutiger und gelassener geworden. Jetzt bin oft ich diejenige, die sich in Situationen anspannt, die ihn früher zum Durchgehen gebracht haben, und dann passiert … nichts. Das freut mich jedes Mal genauso, wie seine geschmeidigeren Bewegungen, die Leichtigkeit, mit er jetzt auch über einen längeren Zeitraum in korrekter Haltung läuft (ich muss gestehen, ich habe früher auch schon mal Fotos gepostet, auf denen er schick aussieht und die nichts von den 40 Minuten Schwerarbeit erkennen lassen, die es gebraucht hat, um ihn locker zu bekommen.  Jetzt setze ich mich drauf und wir legen los.) und die Selbstverständlichkeit, mit der er Lektionen absolviert, die ihm vor kurzem noch ausgesprochen schwer gefallen sind.

Für seine  Fortschritte gibt es mehrere Gründe. Zum einen geht ihm in manchen Dingen jetzt wirklich der Knopf auf, wie man so schön sagt. Er hat mehr Kraft und er weiß mit seinem Körper ganz anders umzugehen. Ich glaube, er entdeckt täglich neue Muskeln. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass ich die unterschiedlichsten Übungen mit ihm ausprobiere. Inspiriert werde ich dazu regelmäßig durch die Online Kurse von Dr. Thomas Ritter. Der Geraderichtungskurs, an dem ich  mich im Moment gerade beteilige, ist genau das, was Casper brauchen kann. Er war das schiefste Pferd, das ich jemals geritten bin. War wohlgemerkt, denn die Arbeit hat wirklich gefruchtet.

Einen weiteren Ansporn haben mir Fotos geliefert, die eine Reitschülerin von uns gemacht hat. Das ist jetzt einige Wochen her, er ging damals nichts besonders gut und ich war leicht erschüttert, als ich die Fotos sah.  Nein, zum Posten auf Instagramm waren diese Fotos mit Sicherheit nicht geeignet. Man will sich schließlich nicht blamieren. Warum waren sie trotzdem gut? Weil sie mich dazu angespornt haben, mich wieder regelmäßig von außen korrigieren zu lassen. Wer selbst schonmal versucht hat, ein Pferd zu korrigieren, der weiß vielleicht, wie schnell man dabei verrutscht, sich vom Pferd falsch hinsetzten lässt und es selbst oft gar nicht merkt.

Und ja, ich muss sagen, es hat sich ausgezahlt. Casper hat einen richtigen Entwicklungsschub gemacht. Und was mich ganz besonders freut: Er lässt sich jetzt auch von meinen fortgeschrittenen SchülerInnen gut nachreiten. Da habe ich auch als Trainerin dann ein breites Grinsen im Gesicht. Unter anderem, weil mir das auch die Chance verschafft, weiter mit ihm zu arbeiten. Denn da es eine Zeitlang danach ausgesehen hat, als würde Casper nur bei mir laufen und von den Reitschülern ihn kaum mal jemand freiwillig reiten, sollte er eigentlich verkauft werden. Aber jetzt sieht es doch danach aus, als könnte ich mir mit ihm endlich meinen lange gehegten Wunsch verwirklichen, ambitionierten ReitschülerInnen ein Pferd zur Verfügung stellen zu können, das Seitengänge beherrscht und sich korrekt biegen und stellen lässt. Und wer weiß, was er noch alles lernt.

Also Daumen drücken, dass unsere Geschichte eine lange und erfolgreiche wird. Ich werde auf jeden Fall berichten, wie es mit ihm weitergeht.

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Ein Kommentar

  1. Maria

    Ein wirklich schöner Beitrag! Es ist toll zu lesen, dass nicht jedes „nicht funktionierende“ Pferd direkt aufgegeben wird. Weiter so!

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